Wave Gotik Treffen XXVI - Ausblicke (5)

Interview mit Sean Bowley (Eden)

Nach einer nahezu zwei Dezennien währenden Auszeit melden sich Sean Bowley und Eden pünktlich zum 26. WGT zurück. Allein dass das legendäre Konsortium des neo-psychedelischen Darkwave seine Aufwartung macht, erscheint als eine Sensation an sich. Aber dass anlässlich des WGT ein neues Album – The Edge Of Winter - seine Uraufführung erfahren wird, sollte Grund genug sein, den Gästen aus dem fernen Melbourne gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Trotz der Konzentration auf die Fertigstellung des Albums fand Sean Bowley Zeit, um mit uns über Eden, das WGT sowie die australische Szene zu plaudern. Man sieht und hört sich dann, Pfingstsonntag im Schauspielhaus.

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(wave-gotik-treffen.de)

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amusio: „Hi Sean, zunächst einmal herzlichen Dank für deine Zeit, die doch eigentlich in das neue Album investiert werden sollte…“

Sean Bowley: „Das passt schon, die neuen Songs führen ohnehin ihr Eigenleben. Die verändern sich ständig, quasi von alleine. Es ist dieser kreative Prozess im Studio, den ich so sehr schätze: Wenn die Ideen sprudeln, schaut man nicht auf die Uhr. Von daher empfinde ich Stress nur im Hinblick auf das Resultat. Denn das sollte dann wirklich das Beste sein, zu dem wir imstande sind.“

amusio: „War das schon immer dein Anspruch? Und deine Arbeitsweise?“

Sean Bowley: „Ja, für mich bedeutete der Aufenthalt im Studio stets viel mehr als das bloße Aufnehmen von vorab definierten Liedern. Und aufgrund der technischen Möglichkeiten von heute, fällt es mir schwerer als damals, mich dazu durchzuringen, einen Song als fertig, als in sich perfekt zu erachten. Früher gab allein schon das Budget vor, was gut zu sein hatte.“

Sean Bowley, Eden (edenseanbowley.com)

Sean Bowley, Eden (edenseanbowley.com

amusio: „Krittelst du im Nachhinein an deinen frühen und mittlerweile legendären Veröffentlichungen herum?“

Sean Bowley: „Ich hatte sie lange Zeit nicht mehr gehört. Aber im Zusammenhang mit dem Entschluss, nach siebzehn Jahren wieder ein Album aufnehmen zu wollen, dann doch wieder. Intensiv. Was soll ich sagen? Natürlich würde ich heute so einiges anders machen, aber ich bin inzwischen ja auch nicht mehr der Sean Bowley von einst. Aber diese Distanz bezieht sich nur auf technische Finessen., Am grundlegenden Sound-Konzept rüttelt The Edge Of Winter nicht. Im Gegenteil: Es wird im Sinne einer ätherischen Atmosphäre noch komplexer, noch reichhaltiger texturiert ausfallen. Hierzu bedienen wir uns eines altehrwürdigem Instrumentariums, das wir auch zum WGT mitbringen werden. Zwölfsaitige Burns-Gitarren. Einen Oberheim, wie ihn auch Joy Division verwendet haben. Gerätschaften, die mir aufzeigen, wie sehr Musik mit wahrer Liebe verknüpft ist.“

amusio: „Es passt also nichts zwischen deiner Persönlichkeit und deiner Musik?“

Sean Bowley: „Absolut nichts“

amusio: „Wie hast du dann die langen Jahre ohne Veröffentlichung aushalten können?“

Sean Bowley: „Nun, du sagst es: Ich habe nichts veröffentlicht. Aber immer Musik gemacht. Die leider, außer mir, kaum einer hören konnte. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die ziemlich geschockt waren, als sie erfuhren, dass aus dem Hause Eden vorerst nichts mehr kommen würde. Aber das war keine Absicht, es ergab sich einfach. Neue Beziehungen, ein neues Lebensumfeld – wen sollte ich sonst noch verklagen, um meine Abstinenz zu rechtfertigen?“

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