Vök in Köln

Schimmernde Potenziale

Erklärtermaßen will die Band um Frontfrau Margrét Ran und Teilzeit-Saxophonist Andri Már mithilfe ihres Debütalbums Figure (Nettwerk/Warner) hoch und weit hinaus. Japan wolle man nach Möglichkeit erobern, Nord- und Südamerika seien auch „nicht uninteressant“. Dass die Isländer ihr Potenzial durchaus gut einzuschätzen wissen, stellten sie anhand eines beeindruckenden Gastspiels im Kölner artheater unter Beweis.

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Vök, artheater Köln (Stephan Wolf)

Vök, artheater Köln (Stephan Wolf)

Den nachhaltigen Impact ihrer Band-Präsentation der gleichermaßen dezenten wie punktuell effektiven Lightshow anzulasten, würde verkennen, wie es Vök gelingt, ihre prinzipiell mulmig anmutende Grundstimmung mit präzisen Brechungen zu durchziehen. Electropop mit Kniffen und Wendungen, atmosphärisch zwiespältig, dabei stets elegant und energetisch: Da wird die Bühnentechnik zwangsläufig zum Akzidenz.

Noch ist nicht alles lupenrein golden, was da akustisch vernehmbar schimmert. Der Sound wirkt insgesamt noch etwas zu künstlich im Verhältnis zu dem Aufgebot an „echter“ Instrumentierung. So wirken selbst die wiederkehrend eingestreuten Saxophon-Soli wie von der Festplatte abgerufen. Andererseits deutet sich eine vitale Brisanz stets dann an, wenn sich die Gitarre einmal in den Vordergrund drängt. Dann wird aus dem druckvoll Diffusen ein zupackendes Ganzes.

Margrét Ran wird hingegen vermutlich sehr schnell lernen, wie sich expressive Seelenschau und Kommunikation miteinander auf gleichbleibend hohem Authentizitätsniveau etablieren lässt. Und sie wird sich, gemäß der eingangs erwähnten Ambition, auch darin schulen, ihre stimmlichen Kräfte noch besser einzuteilen, als sie dies bis dato schon über weite Strecken meistert.

Vor einem Publikum, das bereits mit dem Material von Figure bestens vertraut zu sein schien, agierten Vök mehr als verlässlich – auch im Sinne einer Dramaturgie, die der emotional ambivalenten Bandbreite des Sets gerecht wird. Beste Voraussetzungen, um mit noch mehr Souveränität (die sich Vök sicher erarbeiten werden) auf die Weltmärkte zu drängen.

05.05. Berlin (Badehaus Szimpla)
12.05. A-Wien (Café Fluc)
14.05. CH-Zürich (Mascotte)

vok.is
facebook.com/Vokband

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