Nihiling - Batteri

Gut gepolt

Mit ihrem vierten Album Batteri (Kapitän Platte/Cargo) verabschieden sich die Hanseaten (endgültig?) von der Vereinnahmung durch jene Mechanismen, die dem Postrock einst seine Unberechenbarkeit nahmen. Und fügen sich lieber einem selbstauferlegten Konzept, das Batteri vorgeblich in zwei deutlich zu scheidende Abschnitte unterteilt. Ob es sich dabei um einen klugen Schachzug oder um eine innerparteiliche Inkonsequenz handelt, sei dahingestellt.

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Nihiling: "Batteri" (Kapitän Platte/Cargo)

Nihiling: “Batteri” (Kapitän Platte/Cargo)

Fest steht, dass die Idee der Zweigliedrigkeit aufgeht und jeweils für ausgesprochen zerebral-animativ veranschlagte Unterhaltung sorgt. Los geht es mit dem positiven Pol der Batterie: Vier Tracks, die sich im weitesten Sinne an einem sich der Definition entziehenden Indie-Rock/Pop (nirgendwo zwischen Foals und – zumindest qua Stimme – Björk) versuchen. Und dabei nur sporadisch andeuten, dass Nihiling durchaus noch Willens sind, das Unwiderstehliche des emotionalen Überschwangs zu wagen: Gewöhnungsbedürftig, aber (noch) nicht (wirklich) verkehrt.

Ins Minus gelangt Batteri dann ab Prey. Es wird heimelig, von Mogwai über Karate bis Halma schaut so einiges um die Ecke, schleicht sich jedoch flugs angesichts der vollkommen eigenständigen Modi, in denen Nihiling ihrem Baby seine Polydaktylie nachsehen. Das Album mag zwar im Ganzen auf einmal doch auf seltsame Weise „falsch“ erscheinen, doch weist die klug agierende Band Schritt für Schritt nach, dass sich dieser Eindruck allein dem vorformatierten Gusto des Hörers verdankt. So dieser seine Engstirnigkeit überwunden hat, machen es ihm Nihiling leicht, eine Liebesbeziehung zu Batteri einzugehen.

Bleibt zu hoffen, das die soeben beendete Tour alsbald fortgeführt wird.

facebook.com/nihiling

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