Selbstfindung und Neuentdeckung – Paramore und das neue Album „Paramore“

Schon fast vier Jahre liegt das letzte Studioalbum der Alternative-Band Paramore zurück. „Brand New Eyes“ war ein durch und durch gelungenes Werk. Daher stieg die Spannung auf die neue und nun vierte Platte. Wird sie Qualität und Eindringlichkeit beibehalten?

Kurzum: „Paramore“ ist hörenswert, auch wenn es hier und da Schwächen aufkommen lässt und noch nicht ganz rund wirkt.

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Quelle: paramore.net

Quelle: paramore.net

Zuerst stellt sich die Frage, warum erst jetzt ein Album veröffentlicht wird, das selbst betitelt ist. Vor allem nachdem die beiden Gründungsmitglieder Josh und Zac Farro die Band verlassen haben. Laut der Mitglieder drehte sich beim Schaffungsprozess alles darum, sich als Band und auch als Freunde wiederzuentdecken, sich persönlich wie künstlerisch auf neues Terrain zu begeben.

Wirklich viel Neues entdecke ich zwar leider nicht auf dem Album, wenn auch das ein oder andere experimentelle Element zu finden ist. Aber dafür bleibt klar die paramore’sche Attitüde erhalten. Von diesem Standpunkt aus ist der Albumtitel gut gewählt. „Paramore“ ist Paramore.

Hörenswerte Stücke, nicht immer ganz stimmig
Der Einstiegssong „Fast in My Car“ leitet mit sehr coolen Beats ein, wirkt im Großen und Ganzen für meinen Geschmack aber etwas zu poppig und belanglos. Immerhin, man kommt schon mal in Stimmung. „Now“, die erste Singleauskopplung, macht hingegen richtig Freude und gehört zu meinen Lieblingen. Hier spürt man die Eigenheit der Band genau. Würde auch hervorragend als Jingle in eine Handy- oder Designer-Werbung passen. „Now“ bleibt im Ohr, ohne dabei langweilig oder zu mainstream zu sein.
Die eingebauten Interludes waren eine gute Eingebung, lockern sie das ganze Album doch ziemlich auf. Drei Stück an der Zahl, bei der man die zierliche Hayley auch mal ganz anders kennenlernen darf. Zum Beispiel mit Ukulele-Begleitung beim Interlude „Moving On“.

Quelle: paramore.net

Quelle: paramore.net

Höhen und Tiefen
Nennenswert ist auf jeden Fall „Still Into You“ (zweite Single) und „Ain’t It Fun“. Mit „Anklebiters“ entwickelt die Band sogar ein paar punkige Ansatzpunkte. Da hört man dann doch das Hüftgelenk so langsam knarzen. Mit „Hate To See Your Heart Break“ kommt Paramore dann mit einer klassischen und teils auch sehr langweilig arrangierten Ballade daher. Es fehlt einigen Titeln einfach an Power, Besonderheit und Schmackes. Das Zuhören macht Spaß, aber die Songs sind nach ein paar Mal ausgelutscht.

Schön ist, dass Paramore die Fans mit 17 Songs beglückt. Mengen, die heutzutage eher selten auf einem Album zu finden sind. An „Brand New Eyes“ kommt die Neuveröffentlichung zwar nicht ran, ist ihr Geld aber trotzdem wert. Die Band sucht sich in der neuen Kombo gerade selbst und ich bin zuversichtlich, dass die Entwicklung mit den nächsten Releases steil nach oben gehen wird. Denn an Talent mangelt es dem Trio sicher nicht.

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Über Clarissa Nahr

Einst Sekretärin, durch Opfergabe von Freitagen und Samstagen für das Wochenendstudium heute Kommunikationswirtin. Besonderes Faible für Musik, Film und Tanz. Konzertaktivistin und passionierter Schreiberling.

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