Interview mit Andreas Dorau

„Ich bevorzuge es knackig“

Andreas Dorau (Gabriele Summen)

Andreas Dorau (Gabriele Summen)

amusio: „Aber nicht abfällig, im Sinne einer Absage an die Liebe oder einer Abqualifikation des Phänomens, wie etwa bei Christiane Rösinger, Liebe wird oft überbewertet. Ein Titel wie Liebe ergibt keinen Sinn, mit dem dein Doppelalbum beginnt, könnte indes so verstanden werden…”

Andreas Dorau: „Der Text stammt Karsten Friedrichs [Liga der gewöhnlichen Gentlemen]. Es verfolgt einen Studenten, der dem Thema habhaft werden möchte. Wobei ja gar nicht gesagt wird, dass er seinen Wissensdurst als Liebender mit persönlicher Betroffenheit zu stillen gedenkt.“

amusio: „Die Neutralität bleibt also gewahrt. Und wie verhält es bei dem Titel Maria Sibylla Merian, deren Leben ja offenbar von einer sehr wohl objektbezogenen Liebe – zur Natur – geprägt wurde?“

Andreas Dorau: „Dieser Text stammt wiederum von Wolfgang Müller. Ich vermute, ihm ging es um eine pro-feministische, rebellische Äußerung. Um eine Verbeugung vor ihrer Person. Und um die Aussage, Dinge zu tun, auch gegen Widerstände.“

amusio: „Also in gewisser Weise selbstreferentiell?“

Andreas Dorau: „Wie gesagt, der Text stammt nicht von mir.“

amusio: „Aber du hast ihn ausgewählt. Wer verbirgt sich denn hinter dem Radiogesicht?”

Andreas Dorau: „Dieses hübsche Wort hatte ich schon vor länger Zeit entdeckt. Aber mit seiner Verwendung gezögert. Wenn etwas allzu lustig poppig wird, verkommt es schnell zur Ballermann-Nummer. Es besteht immer die Gefahr, dass die falschen Titel hervorgehoben und anschließend falsch verstanden werden. Das ist auch mir schon passiert. Nun, es geht um eine naive Person: Ich eigene mich fürs Radio. Leider ist meine Stimme völlig ungeeignet. Na gut, meine Stimme klingt ja auch nicht sonderlich schön…“

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