Alice Cooper - Paranormal

Wie einst – und immer wieder

 

Alice Cooper: "Paranormal" (earMUSIC/Edel)

Alice Cooper: “Paranormal” (earMUSIC/Edel)

Cool. Cooler. Alice Cooper! Der Erste, der Beste und sowieso unangefochten Größte seiner Art besinnt sich auf seinem viertel-hundertsten Album Paranormal (earMUSIC/Edel, ab Freitag) auf jene Hard Rock-Ära, der er mit theatralem Genius und komplett exorbitanter Extravaganz seinen unvergänglichen Stempel aufdrückte. An den Instrumenten: Haudegen aus der blutgoldenen Hochzeit. An den Reglern: Seine Exzellenz Bob Ezrin. Zu Gast: Roger Glover, … Billy Gibbons … und (nun ja) Larry Mullen, der Junior.

Ein verdammt erregender Zug, nicht nur für junggebliebene Säcke jenseits der 50: Alice Cooper bittet mit Glen Buxton (Gitarre), Dennis Dunaway (Bass) und Drummer Neal Smith wesentliche, da der Urbesetzung einer Band namens „Alice Cooper“ entstammende Komplizen nach langen, offenbar weitgehend unversehrt überstandenen Jahren wieder in die Pflicht. Und liefert, wie einst zu Zeiten von School’s Out, Eighteen oder Elected, ab: Hard Rock Horror Boogie Woogie – is up to date and rule again!

Mit hochgezücheten Power-Rockern à la Poison wartet Paranormal - dies sei festgehalten – nicht auf. Und auch nicht mit Querschlägern, die an jene Phase erinnern könnten, in denen sich ein zuvor vom Alk aufgelöster Mensch (zumindest in künstlerischer Hinsicht) erfolgreich gegenüber sämtlichen Erwartungshaltungen emanzipieren konnte – gemeint sind die großartigen Scheiben von Flush The Fashion bis Dada – die achtziger Jahre als Identifikationsfindung vor dem Comeback als Schock-Rocker.

Nein, was an Paranormal so unwiderstehlich in den Bann zieht … ist zuvörderst noch nicht einmal das zwischen Old School Smash und dezent ironisierend aufgetragenen Standards changierende Songmaterial. Sondern der immense Spaß, den die Buddies während der Aufnahmesessions wohl geteilt haben. Welcher sich – Bob Ezrin sei höchst wahrscheinlich Dank – quasi intravenös (oder auch telepathisch) auf den geneigten Hörer überträgt. Indem er in freudiger Ehrfurcht vorm heimischen, idealerweise konventionellen Hifi auf die Knie geht. Um dann, den Kopf schüttelnd, hin und her zu wippen. Allein Private Public Breakdown lässt einem kaum eine andere Wahl.

Das Supplement, CD 2, macht die Angelegenheit zur Pflicht. Mit zwei weiteren Titeln, die vollkommen dem „Original Line-up“ entspringen – sowie leckeren Live-Mitschnitten von vergangenem Jahr, die mehr als nahelegen, wie selbstbewusst und ungebrochen Alice Cooper auch heute noch seine größten Erfolge lebt. 

Und das Schönste: Von angestaubter Nostalgie nicht die geringste Spur. Quicklebendig, unverfälscht und mit den Segnungen hart erarbeiteter Unfehlbarkeit ausgestattet, hauen Alice und Konsorten in jene Kerbe, die sie sich selbst einst und ursächlich selbst eingebrockt haben.

Aber …  das Allerschönste: Alice Cooper kommt auf Tour:

02.08. Dresden (Junge Garde)
18.11. Krefeld (Königspalast)
20.11. Aurich (Sparkassen-Arena)
21.11. Frankfurt/Main (Jahrhunderthalle)
23.11. Berlin (Tempodrom)
24.11. Neumarkt (Jurahalle)
25.11. Ludwigsburg (MHP Arena)
27.11. A-Wien (Stadthalle)

alicecooper.com
facebook.com/AliceCooper

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