Akercocke - Renaissance In Extremis

Von Schnüren und Kreisen

 

Akercocke: "Renaissance In Extremis" (Peaceville/Edel)

Akercocke: “Renaissance In Extremis” (Peaceville/Edel)

Dank eines simultanen Berstens der dreifach gesplitteten Nabelschnur (Blackened Death / Technical Prog / Satanic Intelligence) darf, kann und muss angesichts des – wie bei Akercocke von früher gewohnt – an Reizen rappelvollen, frohen Ereignisses namens Renaissance In Extremis (Peaceville/Edel, ab 25. August) von einer gelungenen Wiedergeburt ausgegangen werden. Selbst wenn sich die hervorgehobene Extreme längst nicht nur auf den inhaltlichen Witz oder die gesangliche Varianz seiner Darbietung bezieht.

Nach langjähriger Pause, inklusive einer zwischenzeitlich vollständig vollzogenen Band-Auflösung, belässt es das Quintett um Growl-Shout-Sänger Jason Mendonca nicht allein beim Aufgriff eigens entwickelter Tugenden. Vielmehr darf sich der oftmals dezidiert konträr aufbereitete Ideenüberschuss noch ungebundener entwickeln als je zuvor.

So lässt sich deuten, warum Renaissance In Extremis vielleicht gar nicht mal unbeabsichtigt in zwei Teile zu driften scheint. Denn frühestens bei Familiar Ghosts, spätestens jedoch bei A Final Glance Back Before Departing entfernen sich Akercocke von der zuvor scheinbar selbstauferlegten Verpflichtung zu krassen Brüchen. Und lassen in zunehmendem Maße ihrem quergedachten Techprog Luft zum Atmen und zum tückisch befriedeten Freispiel.

Es wäre in diesem Sinne nur allzu billig, von „Reife“ zu sprechen. Die Paradigmen aus „jung“, „wild“, „alt“ und „schnarchig“ greifen, – auch hierzu bietet Renaissance In Extremis ein prominentes Beispiel – nur dort, wo sich (metallischer) Konservatismus mit den Relikten der eigenen Macht den vitalen Entgrenzungen entgegenzusetzen trachtet. (Schon immer anders) als etwa Septicflesh, die auch auf ihrem neuen Album (Codex Omega) nicht von überkommenen Dimmu Borgir-Formalismen lassen können, ziehen Akercocke ihre unüberschaubaren Kreise, deren Verläufe immer wieder in Staunen versetzen. Mit einem sehr gewissen Schalk im Nacken, der indes eben nicht nur zum Bangen verleitet (was zugegebenermaßen aber auch wirklich niemand erwartet hätte).

akercocke.co.uk
facebook.com/akercockeofficial

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