Ghostpoet - Dark Days & Canapés

Monsieur Le Vivisecteur

Ghostpoet: "Dark Days & Canapés" (PIAS/Rough Trade)

Ghostpoet: “Dark Days & Canapés” (PIAS/Rough Trade)

Zwar sind die unvergessen intensiven Dramoletten des Vorgängers Shedding Skin auf Dark Days & Canapés (PIAS/Rough Trade) seziermesserscharfen Zustandsenthüllungen gewichen, dennoch versteht es Obaro Ejimiwe von scheinbar leichter Hand sein eigenhändig veranschlagtes Hochniveau zu halten. Und es gegenüber jenen zu verteidigen, die ihm, dem angeblichen UK-Rapper, nicht zugestehen wollen, dass er nicht weniger als ein früh vollendeter Songwriter ist, der die klassische Rock-Instrumentierung für seine Zwecke souverän zu nutzen weiß.

Spätestens beim dritten Durchlauf offenbart sich das schier Einzigartige: Was zunächst spröde und seltsam gebremst erscheinen mag, entpuppt sich als Aneinanderreihung von Songperlen, deren fragmentarische Beschaffenheit erst recht den Weg in die Nachvollziehbarkeit einschlagen. Ist diese epistemologische Herausforderung soweit angenommen, fehlt nicht mehr viel – bis zum emphatischen Abnicken sämtlicher Sentenzen, die Monsieur „Le Vivisecteur“ Ejimiwe feilbietet.

Die Kollaboration mit Leo Abrahams (Brian Eno, Jon Hopkins, Wild Beasts) treibt also aus. Und trägt Früchte, deren bittere Essenz die eigene Wohlfahrt bestätigen. Zumindest so lange man glaubt, selbst noch sämtliche Tassen im Schrank zu haben. Und darüber nicht vergisst, dass nicht jeder zwangsläufig seines Glückes Schmied ist: Eine Lehre, die Ghostpoet durchgängig zieht, ganz gleich ob es sich um gescheiterte Beziehungen oder Migrationshintergründe handelt. Urteile zu fällen, das überlässt der große Mann und nicht minder gewichtige Denker lieber denjenigen, die ihm Verrat vorwerfen wollten, so sie ihm das Wasser reichen könnten. Namen wären Legion.

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