Lacrimosa - Testimonium

Nachrufe aus einem Guss

Lacrimosa: "Testimonium"(Hall Of Sermon/Sony Music)

Lacrimosa: “Testimonium”(Hall Of Sermon/Sony Music)

Unter dem Eindruck der zahlreichen Abschiede von prägenden Musikerpersönlichkeiten entstanden, erweist sich Testimonium (Hall Of Sermon/Sony Music, ab 25. August) als eins der schlüssigsten als auch emotional berührendsten Alben aus der Feder des Wahl-Schweizers Tilo Wolff. Offensichtlich haben die nunmehr recht konkreten Bezüge jene klar lesbaren Spuren hinterlassen, die der Album-Vorgänger Hoffnung, vielleicht auch aufgrund seines vergleichsweise abstrakten Themas, stellenweise ein wenig vermissen ließ.

„Wie im Rausch“ habe er an Testimonium gearbeitet, unterstreicht Tilo Wolff im Hinblick auf die Entstehung seines 13. Albums als Lacrimosa. Vermutlich lässt sich die dem Schaffensprozess immanente Dringlichkeit als Erklärung andienen, um anhand ihrer zu betonen, dass hier zwar erneut aus dem Vollen geschöpft wird, derweil die jeweilige Song-Essenz daran indes keinerlei Schaden nimmt. Kontemplativ-ruhige, orchestral-bombastische und hart-metallische Passagen fügen sich zu einem sinnfälligen Ganzen, aus dem Tilo Wolff als gereifter Komponist und Arrangeur hervortritt.

Die konzeptionelle Überlast der letzten Arbeiten ist einer direkten Ansprache gewichen, die Testimonium trotz der gewohnten Bandbreite an Sounds und Settings wie aus einem Guss erscheinen lässt. Dabei dürften der stimmungslabile Opener Wenn unsere Helden sterben, das abgründige Weltenbrand sowie das von Anne Nurmi intonierte My Pain eventuell zumindest als Anspieltipp hervorgehoben werden, wenngleich es gilt, Testimonium in seiner ganzen Pracht zu erfahren. Haben also die ganzen Promi-Tode doch noch ihr Gutes.

lacrimosa.com
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