Pfade durch die Musiklandschaft Australien XLIV

Engagiert und kulturverbindend: Anne Boyds Einsatz für die Musik

Der Film Facing the Music dokumentiert Anne Boyds Kampf um die Etablierung von Musikkursen an der Fakultät der Künste der Universität Sydney. Ihr Engagement hatte 2005 zur Folge, dass die Musikabteilung in das Konservatorium innerhalb der Universität selbst integriert wurde. Mit bedeutsamen Weichenstellungen für das Fach hatte die einstige Kompositionsschülerin Peter Sulthorpes bereits weitreichende Erfahrung, denn sie war es in ihrer Eigenschaft als Hochschuldozentin gewesen, die an der Universität von Hong Kong das Institut für Musik begründet hatte. Zuvor hatte sie bereits einige Jahre an der britischen University of Sussex gelehrt.

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Das MP3-Album mit fernöstlich orientierter Musik westlicher Prägung von Anne Boyd erschien beim Label ABC(B00I3A9AOQ).

Das MP3-Album ‘Meditations on a Chinese Character’ mit fernöstlich orientierter Musik westlicher Prägung und einem Streichquartett von Anne Boyd erschien beim Label ABC (2013, B00I3A9AOQ).

Angesichts dieses vehementen Einsatzes über Jahre wundert es nicht, dass Anne Boyd 1990 als erste Frau den Musik-Lehrstuhl an der Universität von Sydney eroberte. Ebenso dürfte sie eine der ersten Komponistinnen gewesen sein, die sich ästhetisch deutlich auf die Landschaft Australiens bezogen, sondern auch das kulturelle Erbe der Ureinwohner  beförderten. Auch als Resultat hieraus formte sie zur Erinnerung an die vorbildhaften Australierinnen Daisy Bates, Olive Pink und Annie Lock eine eigene Musiktheater-Trilogie. Den zweiten, wenn nicht überwiegenden Schwerpunkt bildet ihre Affinität zu asiatischen Kulturen, insbesondere zu Japan und Bali. Religionsübergreifende Aspekte, die die christliche Liebesbotschaft mit buddhistischer Meditation verknüpfen, prägen seit langem Boyds Schaffen, 2012 auch die Konzeption der Oper Daisy Bates at Ooldea.

Eines der großen Vorbilder für Anne Boyd war Daisy Bates, die sich maßgeblich für die Förderung der indigenen Kultur der Aborigines und ihre Rechte einsetzte (27.8.1921, Hic et nunc). Sie porträtierte sie in einer musikdramatischen Trilogie.

Eines der großen Vorbilder für Anne Boyd war die irischstämmige Journalistin Daisy Bates (1859 – 1951), die sich maßgeblich für die Förderung der indigenen Kultur der Aborigines und ihre Rechte einsetzte (27.8.1921, Hic et nunc). Sie porträtierte sie in einer musikdramatischen Trilogie.

Auch auf kammermusikalischen Wegen ist Boyd weiterhin erfolgreich unterwegs: 2011 kam Ganba für Bariton-Saxophon und Klavier zur Aufführung, 2015 erlangte sie auf dem Huntington Festival Aufmerksamkeit mit ihrem 3. Streichquartett, das dem Andenken ihres einstigen Verlobten Peter Sculthorpe gewidmet ist.

Als weitere Auftragswerke sind The quiet place (2002) für Oboe, Klarinette, Bratsche und Harfe, die kulturenübergreifende Missa pacifica (2008) anlässlich des Intervarsity Chor-Festivals und Kabarli Meditation (2011) für Klavier hervorzuheben. Dezidiert religiös ausgerichtet ist auch die Komposition Ex Deo lux (2007), in der die B-Klarinette mit einem Streichquartett in Dialog tritt.

 

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.

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