Interview mit Assaf Kacholi

„Ich bin ein offener Purist“

Assaf Kacholi (Sofia Lucksch)

Assaf Kacholi (Yonatan Birenbaum)

amusio: „Glaubst du daran, dass Musik die Menschheit heilen kann?“

Assaf Kacholi: „Absolut, auch wenn das bis dato noch nicht geklappt hat. Ohne Musik wären wir Barbaren. Musik macht Menschen menschlich. Sie ist die internationale Sprache schlechthin.“

amusio: „Und lebt davon, dass man textlich nichts versteht…“

Assaf Kacholi: „Ich weiß, was du meinst. Texte auswendig zu lernen fällt mir unglaublich schwer. Für mich kommt die Melodie zuerst, dann vielleicht der Rhythmus, dann erst der Text. Worte schaffen Distanz, ohne deren Sinngehalt bleibt man objektiv.“

amusio: „Oder man versteht sie willentlich wahlweise nicht oder falsch. Diedrich Diederichsen führt auf dieses Phänomen den Reiz der gesamten Popularmusik zurück. Dann könntest du ja wiederum auch Jazz singen…“

Assaf Kacholi: „Warum nicht?! Mit Kurt Weill und seinem Musiktheaterstück Street Scene habe ich mich schon eingehend beschäftigt. Es könnte aber in Zukunft noch jazziger werden. Außer Metal und Puccini traue ich mir alles zu. Meine Stimme werde ich dabei nicht ändern, jedoch den Stil. Wenn es darauf ankommt.“

amusio: „Du hast auf ein dreisprachiges und reich bebildertes Booklet bestanden…“

Assaf Kacholi: „Kann man so sagen. Es gab kontrovers geführte Diskussionen im Vorfeld. Mir schwebte halt ein thematisch gebundenes Erlebnis vor, zwischen Berlin und Tel Aviv. Und ich bin hartnäckig geblieben. Dass die Liner Notes auf hebräisch, deutsch und englisch dort stehen, ist kein Zufall. Natürlich hoffe ich, dass mein Album gekauft und nicht nur gestreamt wird. Als damals Tower Records in Tel Aviv eröffnete, bin ich mit zwanzig Platten vom Hof gefahren…“

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