Interview mit Ladan Hussein (Cold Specks)

„Ich habe den Cut vollzogen“

Ladan Hussein, 2 x Cold Specks (facebook.com/ColdSpecks)

Ladan Hussein, 2 x Cold Specks (facebook.com/ColdSpecks)

Mit ihren Alben I Predict A Graceful Expulsion und Neuroplasticity gelang es der Somali-Kanadierin Ladan Hussein aka. Al Spx – als Cold Specks – einen idiosynkratischen Sound zu kreieren, den sie als Doom Soul etikettieren ließ. Dieses recht schroffe Outfit hat sie nun mit Fool’s Paradise (Arts&Crafts/Caroline International) beigelegt. Auf dezent eingesetzte Electronica und – vor allem – ihren sagenhaften Gesang konzentriert, vollzieht sie eine Emanzipation von dem zuvor bemühten Alter Ego. Und bekennt sich nunmehr offen zu ihren somalischen Wurzeln, die sie wiederum mit weit mehr als lediglich künstlerischer Inspiration ausstatten.

amusio: „Hi Ladan, hast du dich inzwischen daran gewöhnt, auch von Journalisten mit deinem wahren Namen angesprochen zu werden?“

Ladan Hussein: „Nun, ich hatte fast zwei Jahre Zeit, um mich daran zu gewöhnen (lacht). Währenddessen ist auch mein neues Album entstanden, von dem ich wusste, dass ich es zwar weiterhin als Cold Specks, jedoch nicht mehr länger als Al Spx veröffentlichen würde. Wahrscheinlich überrascht es mich selbst am allerwenigsten, dass es sich so deutlich von meinen beiden vorherigen Longplayern unterscheidet. An Fool’s Paradise bin ich mit einer völlig anderen Haltung mir selbst gegenüber herangegangen.“

amusio: „Vom per Gitarre elektrifiziert fiebrigen Doom Soul zu etwas – nicht nur für dich – recht neuartigen elektronisch fundierten Stilmix. Worin besteht für dich der markanteste Unterschied?“

Ladan Hussein: „Insbesondere Neuroplasticity ertrank geradezu in einer Wall of Sound. Der instrumentale Aufwand wurde bei Fool’s Paradise stark heruntergefahren. Die Songs haben nun einen klaren Fokus: meine Stimme. Es gibt also weniger Zierwerk, hinter dem ich mich verstecken könnte.“

amusio: „Empfindest du diesen Umschwung als eine Art Neustart? Oder eher als eine Kontinuität innerer Logik?“

Ladan Hussein: „Das Wesen der Kontinuität ist die Veränderung. Alles verändert sich, jederzeit. Entsprechend entfaltet sich auch meine Musik. Aber ich hüte mich davor, die Dinge zu sehr zu analysieren. Ich will dem Fluss des Wandels nicht im Weg stehen. Und mich darauf konzentrieren, das Bestmögliche zu schaffen, was mir der Moment offenbart. Ob es den Leuten gefällt, oder nicht.“

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