Interview mit Ladan Hussein (Cold Specks)

„Ich habe den Cut vollzogen“

Cold Specks: "Fool's Paradise" (Arts&Crafts/Caroline)

Cold Specks: “Fool’s Paradise” (Arts&Crafts/Caroline)

amusio: „Oder vielleicht, auch gerade aufgrund der Umstände, im Modus der Melancholie?“

Ladan Hussein: „Musik und Kultur wurden in meiner Familie lange Zeit schlicht verschwiegen. Das hat mit dazu geführt, dass ich meine Identität als Künstlerin zunächst verleugnete. So als ob ich Kanada, das Land, das mich in gewisser Weise beschützt, nicht verärgern wollte. Oder seine Ruhe stören. Aber es stimmt, die Hinwendung zu meinen Wurzeln hat tatsächlich ein starkes Gefühl der Melancholie in mir ausgelöst. Diese Sehnsucht nach einem vielleicht unwiederbringlich Vergangenem. Tja, eigentlich will ich ja Popmusik machen, doch die Melancholie dringt immer wieder durch (lacht).“

amusio: „Pop und Melancholie schließen sich nicht aus. Bedauerst du es, als Cold Specks nicht schon früher zu dir selbst gefunden zu haben?“

Ladan Hussein: „Was nützt mir das Bedauern? Ich habe den Cut vollzogen, brauche diesen Al Spx- Mummenschanz nicht mehr, den habe ich überwunden. Endgültig. Ich habe gelernt, auf mich selbst achtzugeben. Ich habe gelernt, mich selbst zu akzeptieren – und zu lieben! Zuversicht und Stärke ziehe ich dem Bedauern vor. Jene Wolke der diffusen Dunkelheit, die mich einst umhüllte, habe ich hinter mir gelassen.“

amusio: „Neben deinem Vater hat wohl auch deine Mutter ihren Einfluss auf Fool’s Paradise ausgeübt. Wie das Album ohnehin vom Lob der Weiblichkeit geprägt zu sein scheint. So auch mit deiner Anrufung der semi-mystischen Königin Araveelo…“

Ladan Hussein: „Aus der Männer eine grausame Kastrateuse gemacht haben. Ich fühle mich ihr jedoch im Sinne der Schönheit und der magisch-religiösen Lebensbejahung verbunden. Das hat mit Misandrie nichts zu tun. Auf Fool’s Paradise verdanke ich meiner Mutter das Gebet am Schluss. Es fasst vieles zusammen, ich empfinde es als ein Segen.“

amusio: „Nun wirst du dich auf eine lange Tour durch Europa und die USA begeben. Wie pflegst du deine Stimme vor und während dieser Herausforderung?“

Ladan Hussein: „Ich befolge da keine Rituale oder verwende Hausmittelchen. Mir genügen viel Schlaf und der Verzicht auf Party, Drinks und Kippen, um mich und meine Stimme fit und bei Laune zu halten.“

Wild Card:
youtube.com/watch?v=d_Rb980HkMw

10.10. Köln (Yucca Club)
11.10. Hamburg (Nachtspeicher)
14.10. Berlin (Musik und Frieden)
15.10. Frankfurt/Main (Brotfabrik)
16.10. München (Milla)
18.10. A-Wien (Arena)
19.10. CH-Zürich (Theatre Gessneralle@Stall 6)
20.10. CH-Genf (La Gravière)

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