Interview mit Friedemann (COR)

„Ich vermisse die Eigeninitiative der Leute“

Friedemann (ruegencore.de/Scheinwelten Photography)

Friedemann (ruegencore.de/Scheinwelten Photography)

amusio: „Ich vermute mal, dass sich zu deinen Konzerten kaum AfD-Anhänger einfinden…“

Friedemann: „Es steht nicht jedem ins Gesicht geschrieben, wo er, wenn überhaupt, politisch steht. Aber wir spielen auch vor Onkelz- oder Freiwild-Fans. Da brauchen wir uns kein X für ein U vorzumachen. Auch darum erlaube ich mir ausführliche Ansagen. Manchmal von bis zu zehn Minuten. Die wichtigste Message dabei: Ihr kennt die Angebote der anderen Bands, dies hier ist unser Angebot. Und nun, denkt nach. Überlegt es euch gut.“

amusio: „Wohingegen es heißt, dass die populäre Musik, von Oper bis Grindcore, doch angeblich davon lebt, dass man die Texte maximal zur Hälfte versteht. Genügt nicht allein der Vibe, um verstanden zu werden?“

Friedemann: „Innerhalb Deutschlands ist es mir schon sehr wichtig, dass unsere Botschaft auch inhaltlich verständlich wird. Wenn wir im Ausland unterwegs sind, mag es genügen, unser Lebensgefühl und die mit ihm verbundene Energie zu transportieren. Auf unserer Kuba-Tour sind die Leute total ausgerastet, ohne auch nur ein Wort verstanden zu haben. Desgleichen in Frankreich, wo ich als Solist mit Akkordeon unterwegs gewesen bin. Trotz meiner deutschen Texte haben die Leute mir anschließend erzählt, wie sehr sie meine Musik berührt habe.“

amusio: „Musik als völkerverbindendes Element, Musiker als Friedensbotschafter?“

Friedemann: „Dem stimme ich unbedingt zu. Musiker sind an sich ja viel unterwegs und entsprechend offen, neugierig und lernhungrig. Der Kontakt mit Musik aus aller Welt erweitert den Horizont und hilft, Rückschlüsse auf das eigene Schaffen zu ziehen. Musik ist wie Esperanto, eine universelle Sprache.“

amusio: „Und der an Jesus Christus erinnernde Mann, der auf dem Cover von Leitkultur die Friedensrune in die Höhe hält, soll ein entsprechendes Sinnbild für die erlösende Kraft der Musik darstellen?“

Friedemann: „Das ist wohl ein wenig zu weit gegriffen. Es ging mir um eine plakative Umsetzung unserer Idee einer Leitkultur, die den Frieden als höchstes Gut achtet. Du siehst diesen Typen, offensichtlich ein Nonkonformist, der einen alternativen Weg anbietet. Die Ähnlichkeit mit Jesus Christus bereitet mir keine Probleme.“

Leitkultur:
youtube.com/watch?v=oneOwANCHNc

06.10. Berlin (SO36)
07.10. Rostock (Peter-Weiss-Haus)
13.10. Kiel (Schaubude)
14.10. Brandenburg (Haus der Offiziere)
19.10. München (Rumours)
20.10. CH-Davos (BOX)
21.10. A-Innsbruck (p.m.k.)
03.11. Dresden (Beatpol)
04.11. Leipzig (UT Connewitz)
09.11. Essen (Don’t Panic)
10.11. Wiesbaden (Kreativfabrik)
11.11. Quedlinburg (Kuz Reichenstrasse)
17.11. Hamburg (Logo)
18.11. Hannover (Béi Chéz Heinz)
25.12. Stralsund (Alte Eisengießerei)

ruegencore.de
facebook.com/ruegencore

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