David Gilmour - Live At Pompeii

Wunderwerk

David Gilmour: "Live At Pompeii" (Sony Music)

David Gilmour: “Live At Pompeii” (Sony Music)

Happy Release Day: In sämtlichen handelsüblichen (und unüblichen) Formaten erscheint heute mit Live At Pompeii das Dokument eines der ergreifendsten Ereignisse der jüngeren Rockgeschichte. Es ist David Gilmour hoch anzurechnen, dass er uns mit dieser Veröffentlichung teilhaben lässt. Hätte er das Event seiner ephemeren Einmaligkeit überlassen, wäre dies einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit durchaus nahegekommen.

Im antiken Amphitheater am Fuße des Vesuvs schlug im Juli des vergangenen Jahres David Gilmour – samt brillant aufgelegter Band – die Brücke zu jenem legendären Konzertfilm, der 1971 an gleicher Stelle entstanden war: Pink Floyd – Live At Pompeii.

Die Reminiszenz in eigener Sache konkretisiert sich zu Beginn der zweiten Konzerthälfte anhand einer Version von One Of These Days, mit der es David Gilmour gelingt, das profane Gerede von der Zeitlosigkeit mit einem real verbindlichen Unterpfand zu legieren.

Doch sollte jedem einzelnen der zu Pompeii dargebotenen Songs (wiewohl man nicht allein bei Shine On Your Crazy Diamond lieber von Suiten sprechen sollte) eine vergleichbare Hervorhebung zugestanden werden. Der atmosphärisch atemberaubende Traumzustand aus Handwerk und Gefühl, den David Gilmour und Freunde hier verewigt haben, lässt sogar tot gespielte Standards wieder auferstehen: So frisch und zwingend wie hier wurde ein Track wie Money vermutlich noch nie zuvor dargeboten.

David Gilmour (Sarah Lee)

David Gilmour (Sarah Lee)

Natürlich gibt sich David Gilmour nicht die geringste Blöße, seine famosen Saiten-Signaturen fahren selbst dann unmittelbar in sämtliche Glieder, wenn sie er zuweilen anhand einer aufgebrochenen Form der spontanen Auffrischung unterzieht. Sämtliche Nackenhaare feiern ein Stelldichein, während der zunächst noch ungläubige Sehsinn per Close Up an den Ort der Verfertigung geführt wird. Bevor die folgende Totale wieder ans Bedauern rührt, nicht doch live dabei gewesen zu sein.

Letztlich brüskiert auf vorzügliche Weise die Art, wie es David Gilmour gelingt, das epische Großformat des Songmaterials mit einer Intimität zu kreuzen, die Pathos zu Wahrheit wandelt. Dass es dem Mitschnitt gelingt, diesen genialen Zug adäquat einzufangen, ohne ihn wiederum künstlich zu überhöhen, gehört mit zu den zahllosen Vorzügen dieses Wunderwerks unter freiem Himmel. Unverzichtbar.

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