Konzerte in London, Los Angeles und Québec

Über den Tellerrand gehört

Die Mischung macht es: Statt Beethoven in Bonn, Brahms in Hamburg und Bach in Bückeburg einseitig überzustrapazieren, sollte der Blick in die Welt (der Musikereignisse) geweitet bleiben. Im Restaurantambiente der Location Verdi – Italian Kitchen in Londons Royal Albert Hall kann man am 7. Oktober zwei Stunden vor der eigentlichen Tea Time als Event der Reihe Live Opera den Tenor Ben Smith ganz aus der Nähe erleben, eine Idee, die mancher vielleicht von dem nur mehr legendären Café Tambosi am Münchner Odeonsplatz kennt. Es sind überwiegend die absoluten Highlights der Operngeschichte zu hören, die zum Teil jedes Kind mitträllern kann. Am Sonntag stellt sich dann zur besten Matineezeit um 11 Uhr im Elgar Room das erst 2015 gegründete weibliche Rocamora-Quartett mit Haydns Quinten-Quartett op. 76, Mendelssohns f-Moll-Quartett und Schuberts Quartettsatz in d-Moll ein.

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Hort der (Kammer-)Oper im Westen der USA: das auch von außen imposante Dorothee Chandler Pavilion, Ort zahlreicher Aufführungen des Los Angeles Theatre (Auditorium, Andreas Praefcke, Oktober 2008, GNU Free Doc. Lic.)

Hort der (Kammer-)Oper im Westen der USA: das auch von außen imposante Dorothee Chandler Pavilion, Ort zahlreicher Aufführungen des Los Angeles Theatre (Auditorium, Andreas Praefcke, Oktober 2008, GNU Free Doc. Lic.)

Wer Zeit und Muße hat, kann gleich im Anschluss, um 15 Uhr, zu Raymond Gubbays “Grand Organ Gala” übergehen. Dank Philipp Scriven an der Orgel, den königlichen Fanfarentrompetern und nicht zuletzt dem Royal Philharmonic Orchestra mit dem Dirigenten Hilary Wetton und dem City of London Choir können die Zuhörer in ausgewählte Werke der französischen Romantik im Übergang zum Impressionismus eintauchen: Eine Toccata von Charles-Marie Widor erklingt hier ebenso wie Gabriel Faurés Pie Jesu und Camille Saint-Saëns’ Symphonie Nr. 3, auch als “Orgelsymphonie” bekannt, außerdem sind aus dem britischen Repertoire Hubert Parrys I was glad und Edward Elgars Land of Hope and Glory dabei.

Philip Glass bei einem Auftritt in Mailand. Im Zuge der Neuverfilmung von "Die Schöne und das Biest" ist seine gleichnamige Oper derzeit am Los Angeles Theatre zu erleben (MITTO SettembreMusica, 20.9.2008, CC-Liz.).

Philip Glass bei einem Auftritt in Mailand. Im Zuge der Neuverfilmung von “Die Schöne und das Biest” ist seine gleichnamige Oper derzeit am Los Angeles Theatre zu erleben (MITTO SettembreMusica, 20.9.2008, CC-Liz.).

Demgegenüber gibt sich das Programm des Los Angeles Theatre etwas inter- und intranationaler und ist nicht auf europäische Kost reduziert. Philip Glass’ Version von La Belle et la Bête auf der Basis von Cocteaus Film aus dem Jahr 1946 und der dazu geschriebenen Musik von Georges Auric ist sowohl am 9. als auch am 10. Oktober zu sehen. In der intimeren Opernsphäre des Dorothy Chandler Pavilion ist ab dem 27. Januar kommenden Jahres der Vorhang frei für Bernsteins Candide nach Voltaires Roman. Am 29. März 2018 lässt am Ort des Valley Performing Arts Center ein ungewöhnliches Rezital von Kathleen Battle aufhorchen, die sich, von den Albert McNeil Jubilee Singers unterstützt, den von Hoffnung und Lebendigkeit erfüllten Gesängen afrikanischer Plantagensklaven während des amerikanischen Bürgerkriegs widmet.

Das Grand Théâtre de Québec ist Forum und Bühne für die Musiker des Konservatoriums (Malimage, 16.6.2012, CC-Liz.).

Das Grand Théâtre de Québec ist Forum und Bühne für die Musiker des Konservatoriums (Malimage, 16.6.2012, CC-Liz.).

In Kanadas französischsprachiger Metropole Québec, die momentan nicht gerade ein Hort der Kunstmusik zu sein scheint, lädt das Grand Théâtre am 18. Oktober 2017 zu einem mittäglichen Event mit Musikern des Konservatoriums ein: Um 12 Uhr singt Michaël Thériault, begleitet von dem Perkussionisten Alexandre Lavoie. Zwei Abende zuvor finden die Sängerin Laurie Tremblay mit Klarinettistin, Cellist und Pianistin sowie dem Gitarristen Ismaël Rahem im Rahmen der Montage von Studio 29 der Musikhochschule zu einer klassischen Jam Session zusammen. Gourmets unter den Hörern mögen sich in Québec besonders auf den 29. dieses Monats freuen, denn die Domaine Cataraquí öffnet ihre Türen hier für ein Konzert des Konservatoriums um 14 Uhr unter dem gastronomischen Motto ‘Bulles et fromage’ ihre Tore …

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.

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