Marilyn Manson - Heaven Upside Down

Lass brodeln, Bro

Marilyn Manson: "Heaven Upside Down" (Caroline/Universal)

Marilyn Manson: “Heaven Upside Down” (Caroline/Universal)

Lassen wir Mutmaßungen über den weiteren Verlauf der Tour des Brian Hugh Warner außen vor, nachdem ihn zu New York zwei Pistolen von oben beinahe erschlagen hätten. Sondern kümmern wir uns für heute lieber um Heaven Upside Down (Caroline/Universal), ein Album, das keine Besserungswünsche aufkeimen lässt. Also: An seinen Schöpfer schon, jedoch nicht an die Adresse des geglückten Versuchs, den Whisky-getränkten Theokratie-Blues des Vorgängers The Pale Emperor mit demjenigen zu vereinigen, was Marilyn Manson Jahre zuvor zum Superstar machte.

Doch: Kann sich ein Typ wie er im Ton vergreifen? Manche Textzeilen mögen auf Heaven Upside Down, so etwa anlässlich von Je$u$ Chri$i$, dafür sprechen. Dagegen spricht, wie bei dem anerkannt gar nicht so bösen Fürsten der Finsternis üblich, der Gesamteindruck einer konventionell als Album konzipierten Scheibe. Im Kontext von Heaven Upside Down erweisen sich Plattitüden, auch musikalischer Art, als letztlich sinnvoller Rekurs auf einst Geleistetes. Um spätestens in der zweiten Albumhälfte zur großen Form aufzulaufen- und sich in Wohlgefallen aufzulösen.

Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass Marilyn Manson auch in a prima vista eher banal gehaltenen Fahrwassern den Rettungsschwimmer-Schein zu absolvieren versteht. Ihm Fahrlässigkeit im Umgang mit der eigenen Relevanz zu unterstellen, wäre schlicht fadenscheinig. Und käme der verfrühten Verabschiedung eines Lebensgefühls gleich, das Marilyn Manson auch weiterhin für eine Generation zwischen Anpassung, Hedonismus und angeblicher Dekadenz am Brodeln hält. Gut, der Mann.

We Know Where You Fucking Live:
youtube.com/watch?v=2KWpuVrRek4

marilynmanson.com
facebook.com/marilynmanson

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