Metal oder Mumpitz? Volbeat überraschen mit “Outlaw Gentlemen & Shady Ladies”

Als Volbeat-Fan der ersten Stunde freue ich mich seit Wochen auf “Outlaw Gentlemen & Shady Ladies”. Mit der ersten Singleauskopplung “Cape of our Hero” kam bereits eine gewisse Skepsis auf, die ich in der Vorankündigung kund getan habe. Egal. Volbeat ist der Hammer. Also hört man sich das neue Album möglichst unbefangen an. Und dann sitz man da und weiß ehrlich gesagt nicht was man davon halten soll.

Auch wenn ich dafür zeitweise Unverständnis geerntet habe, war für mich bereits das in Deutschland erste erfolgreichere Album “Guitar Gangster & Cadillac Blood” ein Schritt in die falsche Richtung.

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Das dritte Studioalbum ist zwar immer noch mega geil, aber für mich kein Vergleich zu Platte #1 und #2. Von letzteren habe ich mich sage und schreibe ein Jahr ohne Pause bei jeder Autofahrt berieseln lassen und auch heute sind mir die Songs noch immer keine Spur zu wider. Wie oft kommt einem so was schon unter?

Volbeat haben mit der außergewöhn-lichen Stimme des Leadsängers Michael Poulsen und den verschiedenen Einflüssen aus Metal, Rock’n’Roll und Country ihr eigenes Genre gebildet – auch bekannt unter Elvis-Metal. Vergleiche wurden häufig mit Metallica und Social Distortion bzw. Mike Ness gezogen. Das stimmt wohl auch, aber daraus entstand ein herrlicher Sound, der in seiner Einzigartigkeit beispiellos ist.

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Western-Kracher oder
Mainstream-Lacher?

Dieser eigene Sound bleibt auch auf der Platte “Outlaw Gentlemen & Shady Ladies” erhalten. Aber das fünfte Album der dänischen Kombo macht einen weiteren Schritt in softere Gefilde, in massentauglichere Melodien und Arrangements. Dabei haben die Dänen das eigentlich nicht nötig, denn meiner Ansicht nach war eben genau diese eigene musikalische Komposition das Wunder-Elixier um Metal-artiges der breiten Masse zugänglich zu machen, ohne dabei an Authentizität zu verlieren.

Schon Radio Girl vom zweiten Album „The Strenght/The Sound/The Songs“ wurde von hartgesottenen Metallern als Kommerz betitelt. Nicht ganz fair, wie ich finde, denn die Band rund um den ehemaligen Death-Metal-Sänger Poulsen, hatte nie den Anspruch die Hardcore-Szene zu beglücken. Diesen alten Klassiker „Radio Girl“ aufzumotzen und mit donnernden Riffs zu untermalen, war einfach der Wahnsinn, bestens arrangiert und weit entfernt vom Kommerz um des Kommerzes Willen. Genau das hat Volbeat von Beginn an ausgemacht. Und dafür liebe ich sie. Unkonventionell, weder mainstream noch underground. Leider scheitert die Neuveröffentlichung an diesem explosiven Mix, den wir eigentlich gewohnt waren:

Das Intro „Let’s Shake Some Dust“ stimmt schon mal auf das Motto der ganzen Scheibe ein –Revolverhelden aus dem 19. Jahrhundert. Mundharmonika und Co. schaffen eine gewisse „Western-Atmosphäre“. Gelungen. Man freut sich auf mehr, ein toller Teaser der neugierig macht. Darauf folgt allerdings die Enttäuschung, wenn nämlich die weiteren Songs dem „Angekündigten“ nicht mehr gerecht werden.

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Über Clarissa Nahr

Einst Sekretärin, durch Opfergabe von Freitagen und Samstagen für das Wochenendstudium heute Kommunikationswirtin. Besonderes Faible für Musik, Film und Tanz. Konzertaktivistin und passionierter Schreiberling.

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