Lee Gamble - Mnestic Pressure

Gala der Jonglierkunst

Lee Gamble: "Mnestic Pressure" (Hyperdub/Cargo)

Lee Gamble: “Mnestic Pressure” (Hyperdub/Cargo)

Mit Diversions 1994-1996 (2012) gelang Lee Gamble ein veritabler Coup. Indem er bereits zu dieser Zeit obsolet gewordene Tanzmusik-Splitter in artfremd de-emotionalisierte Gefilde überführte, die als solche noch erkennbar gebliebene Zweckmusik also rekontextualisierte, konnten seine Provokationen auch in interdisziplinär veranlagten Subszenen nachhaltige Wirkung erzeugen. Nachdem er auf Koch (2014) seinen Verfahrensweisen lediglich Verfeinerungen angedeihen ließ, schlägt Lee Gamble mit Mnetic Pressure (Hyperdub/Cargo) beinahe gänzlich neue Töne an.

Es scheint Lee Gamble inzwischen nicht mehr daran gelegen zu sein, die ursächlichen Gegenstände seiner Interpretationen zu offenbaren. Stattdessen plädiert er mit schier hyperaktiver Verve für eine mehrdeutige Autonomie von jenen Läsionen der Form, die seine Files füttern. Der Rebound gerät ihm zu einer Art Pathogenese des zuvor noch halbherzig Kaschierten. Trotz des im Albumtitel anklingenden Drucks von außen, gelingt ihm der Stechschritt vom formal gebundenen Arrangeur – zum entbunden assoziierenden Geschicklichkeitskünstler.

Die ostentative Spiellaune, diese Verquickung von nicht-linearen Mustern mit sublim etablierten Metastrukturen, übt nicht nur den Verzicht auf sämtliche Refraktärphasen. Sondern meistert die Dressur des gefühlt Abstrakten ohne Kunstpausen. Und ohne sich als Impulsgeber selbst zu domestizieren. Noch nicht einmal pro forma.

mnesticpressure.leegamble.net
facebook.com/leegamblemusic
hyperdub.net

dense.de

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