Robert Plant - Carry Fire

Ätschi-bätschi

Robert Plant: "Carry Fire" (Nonsuch Records/Warner Music)

Robert Plant: “Carry Fire” (Nonsuch Records/Warner Music)

Schon die Bildsprache des Covers stellt fest: Hier ist der König aller Löwen zugange. Dass die Wege seiner Majestät längst nicht mehr zu Imponiergehabe und eitler Pimmelei führen, hat sich im Laufe etlicher unprätentiös in Szene gesetzter Solo-Alben längst manifestiert. Umso beeindruckender, wie es Robert Plant auf Carry Fire (Nonsuch Records/Warner Music) noch trefflicher als zuvor gelingt, dezente Untertöne in höchste Sphären zu navigieren. Wo soll das nur enden?

Dass der Robert eine coole Sau vorm Herren ist, erschließt sich nicht zuletzt anhand seiner lakonischen Verweigerung jeglichen Led Zep-Revivals. Was auch immer war – es mag dort bleiben. Denn: „Lebbe geht weiter“ (Dragoslav Stepanović). Und so legt er erneut ein Album vor, für das man als gewöhnlich Sterblicher einfach nur dankbar sein muss: Ehre, wem Ehre gebührt.

Von dem oft beschworenen Ergrauen in Ehren findet sich auf Carry Fire indes nicht die geringste Spur. Nein, hier sitzt, passt und groovt alles, wie es gradliniger kaum sein könnte. Los geht es mit einem eher verhaltenen gehaltenen The May Queen, was vielleicht noch auf Altersmilde schließen lassen könnte. Und – ha ha & ätschi-bätschi – reingefallen. Schon New World zieht samt listig versteckter Selbstzitate dermaßen vom Stapel, dass es den Nachwuchs demoralisieren könnte. So sich Robert Plant nicht einer höchst sensiblen Phrasierung bedienen würde, die dort befriedet, wo andere verzweifeln.

Was folgt … lässt sich wohl nur unter der Rubrik „Klassiker der Neuzeit“ verbuchen. Das Album nun im Einzelnen zu zerfleddern: Es wäre eher Sakrileg als Faulheit. Fans der ersten Stunden (also so ungefähr alle Rockmusik-Liebhaber von 30 bis 80) dürften beseelt sein, da Robert Plant nun einmal das macht, wozu nur er allein imstande ist. Und alle anderen sollten ihm gleichfalls beide Ohren leihen: Carry Fire ist ein Hit. Herz und Verstand avisiert, ins Schwarze getroffen. Der beste Löwenkönig ist doch derjenige, der nicht zu brüllen braucht, um klare Verhältnisse zu schaffen. Und nochmal: Wo soll das nur enden?

Carry Fire (BBC live):
youtube.com/watch?v=hTo27DynRms

The May Queen:
youtube.com/watch?v=9OPKSZyRPFQ

robertplant.com
facebook.com/robertplant

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