Julien Pras - Wintershed

Ohne Hundeblick

Julien Pras: "Wintershed" (Yotanka/Broken Silence)

Julien Pras: “Wintershed” (Yotanka/Broken Silence)

Gebt mir eure Hände und gebt mir eure Herzen“ (Laibach, Geburt einer Nation) – angesichts des hohen Maßes an Verbindlichkeit, mit dem Julien Pras auf Watershed (Yotanka Productions/Broken Silence) aufwartet, ist man gerne geneigt, jeglichen Widerstand aufzugeben und dem französischen Singer/Songwriter zu huldigen, indem man ihm einfach mal vertraut.

Doch mit seinen fein gesponnenen Songkonstruktionen sowie einer – für einem der Lo-Fi-Szene entstammenden Künstler – erstaunlich aufwändige Produktion, deren Detailreichtum (Instrumentierung) für zahlreiche, nachhaltige Aha-Effekte sorgt, reklamiert Julien Pras in erster Linie das Anrecht auf Anerkennung als versierter Schöpfer. Und allenfalls in zweiter Instanz als Seelenfänger im Roggen der Sentimentalität.

Sicher gewährt Wintershed zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Einfühlung des Rezipienten. Aber die ziselierte Kunstfertigkeit, mit der Julien Pras sein mal flott anziehendes, dann wieder sanft getragenes Material ausstattet, schafft Distanz. Und die tut in der Flut von Hundeblick-Klampfern, die bei ihrem Publikum förmlich um Zuneigung betteln, mal so richtig gut.

Divine Spark:
youtube.com/watch?v=g4wfIUOw_5k

yotanka.net
facebook.com/julien.pras.3

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