Musik der Karibik XLV

Jamaika in der Wirklichkeit

“Ein X vor ein U machen” – also statt eines U ein X machen – bedeutete ursprünglich nur eine dialektal beeinflusste Schreibungsvariante in der griechischen Inselwelt gegenüber dem Festland; heute könnte man Schönfärbereien politischer Sondierungsgespräche darunter subsumieren: Der Bürger wird als Wähler umgarnt und verschaukelt; heraus kommt etwas anderes als er sich erwartet hat. Da schenkt manche(r) doch lieber dem echten Jamaika Gehör als einem imaginären, das sich dessen Landesfarben lediglich auf die Fahnen schreibt …

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Auch das wirkliche Jamaica: Doctors Cave Beach, fotografiert am 17.11.2004 (Ezhiki, GBU Free Doc. Lic.)

Auch das wirkliche Jamaica: Doctors Cave Beach, fotografiert am 17.11.2004 (Ezhiki, GBU Free Doc. Lic.)

Bis zum heutigen Tag prägen nicht nur die phänomenale Vielfalt und Lautstärke der Musik das nicht durchwegs fröhliche Leben auf der keineswegs (nur) reichen Insel, es ist gerade die rasche Abwechslung, für die eine CD mit 18 Nummern viel zu schwerfällig und umfangreich ausfallen würde. Aus diesem Grund ist der lokale Musikmarkt bis heute “single-lastig”: Ein Track dieses Musikers wird morgen schon durch einen trendigeren, innovativeren jenes Konkurrenten verdrängt. Dabei konnten Fans und Besucher zwischen Kingstons Orange Street und dem Half-Way Tree immer die neusten Studio- oder Live-Einspielungen auf Vinyl und CD erwerben, während davon (seit längerem) vieles ins Netz abgewandert ist.

Westgate-Architektur in der Montego Bay, dem legendären Festivalort Jamaikas (Jazzypom, 16.3.2001, CC-Liz.)

Westgate-Architektur in der Montego Bay, dem legendären Festivalort Jamaikas (Jazzypom, 16.3.2001, CC-Liz.)

Und wenn es um Live-Auftritte geht, ist nichts legendärer als das jährlich stattfindende viertägige Reggae Sumfest in der Montego Bay, das das ältere Reggae Sunsplash Festival in den Hintergrund verbannte. In der ersten Augustwoche traten auch 2017 dort alle auf, die in der Reggae- und Dub-Sparte Rang und Namen haben: Der bunte Reigen wurde von den “Nachkommen des Altmeisters”, dito dem Roots-Reggae-Musiker Stephen Marley und Jo Mersa Marley angeführt.

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.

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