Soll und Haben: Joss Stone – The Soul Sessions Vol. 2

Die 26-jährige Joss Stone gilt seit ihrem Debüt-Album „The Soul Sessions“ (2003) als eine der talentiertesten weißen Soul-Stimmen. Bis auf Platz vier der deutschen und britischen Abum-Charts war sie damals vorgedrungen. Im vergangenen Jahr legte sie mit „The Soul Sessions Vol. 2“ die lange erwartete Fortsetzung ihres Premierenerfolgs vor. Zweifellos lässt sich sagen: Ihre Stimme trägt wie ehedem. Die Einschränkung: Sie trägt vor allem bei dynamischen und funkigen Stücken. Oder anders ausgedrückt: Es sind ein paar Balladen zu viel auf dem Album.

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Joss Stone – The Soul Sessions Vol. 2 (2012). Quelle: Warner Music

Highlight des Albums ist eine Cover-Version des Womack & Womack-Klassikers „Teardrops“ aus dem Jahr 1988. Stones Version groovt so schön wie das Original, doch ihre Stimme ist noch prägnanter als die von Linda Womack. Auf der Haben-Seite des Albums steht außerdem „(For God’s Sake) Give More Power To The People“ – kräftiger Blues-Sound, starke Instrumentierung und Stones Stimme geben eine wunderbare Einheit ab.

Ähnlich das direkt folgende Stück Nummer drei, „While You’re Out Looking For Sugar“. Hier ist es nicht Blues, sondern Funk, der die Musik und einen richtig schön eingängigen Song entstehen lässt. „Stoned Out Of My Mind“ ist ebenfalls eingängig, aber poppiger und noch schneller. „First Taste Of Hurt“ ist dynamisch und mitreißend. „One Love In My Lifetime“ ist wieder ein sehr eingängiger Soul-Song, der einmal mehr von Joss Stones Stimmer und einer üppigen Instrumentierung lebt. In diese Kategorie zählt auch „(1-2-3-4-5-6-7) Count The Days“, das letzte Stück des Albums.

Die Soll-Seite der Platte besteht aus den langsamen und den leisen Stücken. Während der Opener „I Got The …“ noch mit einem gewissen Lazy Sound gefallen mag, ist „Sideway Shuffle“ doch arg sperrig. Dem leicht bluesigen „I Don’t Want To Be With Nobody But You“ fehlt es an Dynamik. Den Balladen – „The Love We Had“, „The High Road Pillow“, „Talk Then You Can Tell Me Goodbye“ und „Nothing Takes The Place Of You“ fehlt es allesamt an Seele. Nur leise und langsam reicht nicht. Aber es wäre schlimm, hätte eine Mittzwanzigerin wie Joss Stone kein Verbesserungspotenzial mehr. Insgesamt trotz alledem ein gelungenes Album, allein schon aufgrund der großartigen Cover-Version des Soul-Smash-Hits „Teardrops“.

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Über Frank Behrens

Frank Behrens arbeitet als freier Journalist in der Nähe von Hamburg. Noten kann er keine lesen, aber Musik hören. Am liebsten Rock und Blues.

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