Karlsruhe - Riga - São Paulo

Anderswo wird auch gefeiert

Die guten Neujahrswünsche gelten selbstverständlich nicht nur den Leserinnen und Lesern deutscher Musikzeitschriften, sondern ausdrücklich allen, die zufällig hier vorbeisurfen – etwa denen, die noch auf der Suche nach dem passenden New Year’s Event sind. Zunächst wollen wir uns in die Residenzstadt des einstigen Fürstentums Nordbaden aufmachen, das bekanntlich schon früh für seine parlamentarische Debattenkultur bekannt wurde und damit in Deutschland (einer der) Wegbereiter einer erst spät verwirklichten Demokratie war.

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Im Badischen Staastheater Karlsruhe findet heute zum zweiten Mal das offizielle Jahreswechselkonzert der Staatskapelle statt - mit einem amerikanischen Programm von Grofé über Copland zu Gershwin (Andreas Praefcke, 3.2.2012, CC-Liz.).

Im Badischen Staastheater Karlsruhe findet heute zum zweiten Mal das offizielle Jahreswechselkonzert der Staatskapelle statt – mit einem amerikanischen Programm von Grofé über Copland zu Gershwin (Andreas Praefcke, 3.2.2012, CC-Liz.).

In Karlsruhe bestimmt zum zweiten Mal nach dem Silvesterabend heute um 19 Uhr ein phantasievoll zusammengestelltes Programm unter dem umspannenden Thema America! die Bühne des Großen Hauses im Badischen Staatstheater. Das Konzert der Staatskapelle mit Johannes Willig am Pult wird mit seinen ebenso munteren wie vielfältigen Stationen auch diejenigen mit Zymbelschlägen wecken, die in der Nacht tief ins Glas gesehen haben und denen der Kopf noch von Knallfröschen und anderen Ungetümen des alten Jahrs dröhnen mag. Der junge Solist des Abends, Fabio Martino, glänzt mit Gershwins populärem Klavierkonzert F-Dur, bestens zum gelungenen Jahreseinstieg 2018 geeignet.

Ferde Grofés 'Grand Canyon Suite' gehört zu den pointiert expressiven Landschaftsbildern US-amerikanischer Komponisten; Johannes Willig dirigiert sie heute im Badischen Staatstheater Karlsruhe (Library of Congress, US p.d.).

Die ‘Grand Canyon Suite’ von Ferde Grofé (1892 – 1972) gehört zu den pointiert expressiven Landschaftsbildern US-amerikanischer Komponisten; Johannes Willig dirigiert sie heute im Badischen Staatstheater Karlsruhe (Library of Congress, US p.d.).

Des weiteren ist das selten gehörte symphonische Werk El salón México von Aaron Copland zu hören, das mit seinen teils exotischen Klängen in der mitteleuropäisch verdüsterten Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ein ethnisch-pluralistisches Bild vom amerikanischen Kontinent entwarf. Ferde Grofés Grand Canyon Suite, komponiert zwischen 1929 und 1931, gehört in den USA zwar zum Standardrepertoire, ist aber in der hiesigen Konzertlandschaft nur hin und wieder vertreten. Der Abend schließt mit dem gefühlsexplosiven symphonischen Bild aus Gershwins Porgy and Bess. Zur gleichen Zeit um 19 Uhr geht es im Kleinen Haus nach dem altbekannten Motto von Dinner for One popmusikalischer zur Sache, nämlich mit Liedgut von Elvis Costello, Frank Sinatra, Michael Jackson, Joe Cocker oder Tom Jones.

An der Domkirche zu Riga musizieren am heutigen Abend des Neuen Jahrs der Organist Reinis und

An der Domkirche zu Riga musiziert am heutigen Abend des Neuen Jahrs ein lettisches Orgel-Saxophon-Duo (J. Chr. Brotze, 1786, US p.d.).

Ebenso wie Nordpolen zum Beispiel mit der Kathedrale von Oliwa verfügt im Ostseeraum Lettland über eine bedeutende Orgeltradition. Sie spiegelt sich heute in einem virtuosen Konzert der Rigaer Domkirche. Das Instrument wurde zur Zeit der Spätromantik, also während der besten Jahre Alexandre Guilmants und César Francks in Frankreich, gebaut und erklingt um 19 Uhr unter den Händen und Füßen von Aigars Reinis, der von Aigars Raumanis an verschiedenen Saxophonvarianten sekundiert wird. Bekannte und beliebte Werke von J.S. Bach, Louis Vierne, Gustav Holst, Jules Demersseman und dem Letten Damass ertönen und erdröhnen so mit zusätzlichem Register – die festlich gestimmten Zuhörer dürfen sehr gespannt sein.

Schauplatz eines popmusikalischen Neujahrskonzerts ist der berühmte Obelisk im Park von Ibirapuera (Dornicke, 2.4.2009, CC-Liz.).

Schauplatz eines popmusikalischen Neujahrskonzerts unter anderem mit zwei DJs ist der berühmte Obelisk im Park von Ibirapuera (Dornicke, 2.4.2009, CC-Liz.).

Nach einem virtuellen Sprung über den Atlantik in südöstlicher Richtung stellen wir leider fest, dass die namhafte Sala São Paulo leider erst wieder im Februar mit einem Konzert zu Ehren von Heitor Villa-Lobos gefüllt wird. In der brasilianischen Riesenmetropole sind heute aber anlässlich des Supernova-Konzerts Novo Réveillon de São Paulo no Obelisco 2018 heute Abend live die Künstler Craca und Dani Negra neben As Bahias e a Cozinha Mineira, Metá Metá und Tulipa Ruiz zu erleben.

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.

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