Im Interview: Ulf Hartmann (Singer/Songschreiber)

Bitte stellen Sie sich einmal kurz unseren Lesern vor.
Ich bin Ulf Hartmann, Singer/Songschreiber aus Braunschweig. Genaueres steht in meiner Vita. Ich bin Solokünstler aus dem Genre Singer/Songwriter. Seit einem Jahr habe ich mich selbständig als freiberuflicher Musiker gemacht. Mit anderen zusammen zu spielen ist sicherlich toll und ich würde das auch gerne mehr machen. Allerdings ist es so, dass ich professionelle Musiker zur Zeit nicht bezahlen kann. Ausserdem gibt es in einer Band auch immer Abstimmungsschwierigkeiten, die man natürlich alleine nicht hat.

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Ulf Hartmann

Letztendlich ist das Genre „Singer / Songwriter“ auch eher ein „Solo-Genre“. Ich selbst nenne mich ja „Singer / Songschreiber“. Dies führt manchmal zu Fragen. Einerseits ist das, was ich mache eindeutig “Singer / Songwriter”. Ich passe mit meiner Gitarre (Westerngitarre mit Stahlsaiten), meiner musikalischen Richtung (und auch meinen Wurzeln sowie Vorbildern wie James Taylor, Nick Drake, Townes van Zandt, Don McLean, Glen Hansard, Cat Stevens oder Paul Simon, Bob Dylan und John Lennon), meiner Spielweise und auch mit meinem inhaltlichen, textlichen Schwerpunkten eher in die Richtung der “Singer / Songwriter”. Andererseits ist dieser Begriff eindeutig mit den anglo-amerikanischen Künstlern und vor allem der englischen Sprache konnotiert.
Da ich aus Deutschland komme und auch meine Lieder in meiner Muttersprache verfasse und vortrage fand ich diesen Begriff nicht griffig genug.

Im deutschsprachigen Bereich gab es ja was. Es hatte sich analog der Begriff / das Genre “Liedermacher” etabliert. Allerdings ist aus der Geschichte und der allgemeinen Anschauung auch heute noch abzulesen, dass deutsche “Liedermacher” größtenteils einerseits mit einer Konzertgitarre (Nylonsaiten) und einem durch die Vorreiter und bekannteren Künstler des Genres geprägten musikalischen Stil und besonderen Fingerpicking in Verbindung gebracht werden. Außerdem geht es auch (neben den ganzen politischen und gesellschaftlichen Statements und Lebensläufen) inhaltlich und textlich bei den Kollegen aus dem klassischen (deutschen) Liedermacherbereich hauptsächlich um politisch motivierte und gesellschaftskritische Kontexte. Meinen deutschen Kollegen wie Gerhard Schöne, Rio Reiser, Klaus Hoffmann, Konstantin Wecker, Gisbert zu Knyphausen, Moritz Krämer oder Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Sven Regener fühle ich mich ebenso verbunden wie den englischen und amerikanischen Künstlern, die ich oben bereits nannte.

Und obwohl auch ich an der einen oder anderen Stelle mit meinen Liedern in deren Kerbe schlage, vergleichbar bin, etc., hatte ich dennoch grundsätzlich so “aus dem Bauch” raus meine Probleme mit dem Begriff “Liedermacher”. Nicht dass ich mich strikt wehre, so genannt zu werden, aber in meiner Selbstdarstellung wollt ich halt Akzente setzen.
Kurz gesagt fühle ich mich als – und bin ich – eigentlich “Singer / Songwriter”. Um aber deutlich zu machen, dass ich nicht auf Englisch singe, sondern deutsche Texte habe, hab ich mich für die Wortschöpfung (den Kompromiss) “Singer / Songschreiber” entschieden. (So nebenbei habe ich damit ja auch noch ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen.)
Dass der Begriff sprachlich etwas ungeschickt daherkommen mag, habe ich bewusst in Kauf genommen. Mir war es wichtig, mich “genremäßig” wohl zu fühlen.
Zum Schluss noch ein paar Worte aus meinem Pressetext…als Vorstellung und Idee, was ich so mache und wer ich bin:

ulf hartmann. akustisch. ehrlich. live.

lieder für verliebte, lieder für betrogene, für leidenschaftliche, für loser, für gewinner und für trinker…

ulf hartmann passt nicht ins typische john-wayne-klischee – er ist erfischend uncool. und er macht uncoole lieder. mit ecken und kanten. und mit viel platz für gefühle, hauptsache man hat welche. egal ob verliebt, verrückt, betrogen, berauscht, berieselt oder einfach nur so…

ulf hartmann. ein mann, eine gitarre. berührung mit musik und eine stimme, die bewegt.

Können Sie sich erinnern, wen Sie mit Ihrem ersten Lied angesprochen haben?
Meine große Liebe…

In einem Interview mit regioactive.de haben Sie auf die Frage „Was war bislang dein größter Erfolg?“ geantwortet: „Dass ich es gewagt habe, mich mit mir selber auseinander zu setzen, mein Leben zu ändern, Entscheidungen getroffen zu haben, Musiker zu werden…“. Was würden Sie all denjenigen empfehlen, die sich das noch nicht getraut haben, aber es gerne würden?
Na, es zu wagen! Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich nur einmal die Chance habe zu leben. Ich habe festgestellt, dass es sich ein bischen so anfühlt, wie oben auf´m 3-Meter-Turm (oder 5 oder 10, je nach persönlicher Angst). Eigentlich weisst Du, unten ist Wasser drin und es kann dir nix passieren, aber die Entscheidung, zu springen musst du ganz alleine auf Grund Deines Willens treffen, es zu tun, was immer auch passiert.

Sie bieten auch Gesangsunterricht an. Wenden Sie bestimmte, nicht standardmäßige Unterrichtsmethoden an?
Nein.

Welche Voraussetzungen müssen Schüler erfüllen, wenn Sie bei Ihnen Gesangsunterricht nehmen wollen?
Singen wollen.

Am 12. Oktober 2012 erscheint Ihr neues Album. wie war die Arbeit an diesem, Ihrem Debütalbum „Schokolade“?
Ich habe etwa zwei Jahre an den Liedern geschrieben, diese immer wieder überarbeitet und dann von April bis Juli 2012 alle 13 Lieder im Studio aufgenommen. Für mich war es einerseits wichtig, sicher zu sein, welche Lieder auf das Album kommen und die Sache, sowohl inhaltlich, textlich, als auch musikalisch „rund“ zu haben. Im Studio arbeiten ist natürlich etwas ganz anderes, als live zu spielen – das hatte ich bereits 2010 bei den ersten Aufnahmen, die ich hauptsächlich als Übung und für DEMO-Zwecke ganz akustisch und ohne Zusatzinstrumente aufgenommen habe, bereits gemerkt.

Besonders die Arbeit des und mit dem Tontechniker ist für eine ambitionierte Produktion – selbstverständlich neben der inspirierten und professionellen Arbeit des/der Musiker…(Input-Output-Prinzip) – extrem wichtig und ich bin der Meinung, dass man als Musiker gar nicht lange und genau genug nach einem passenden Partner/Tonstudio suchen kann. Dabei meine ich nicht das Equipment, sondern die kreative Kraft, die Sympathie und die handwerklichen Fähigkeiten.

Von den Arrangements her war es mir wichtig, einerseits den autonomen Charakter meiner Lieder und deren Aussagekraft nicht mit zu viel Arrangierarbeit „zuzukleistern“. Die Authentizität und das Charisma müssen beim Zuhörer ankommen. Andererseits wollte ich aber auch durch das eine oder andere Instrument eben diese Eigenschaften herausstreichen und den Hörern darüber hinaus ein kleines bischen mehr und etwas Abwechslung zu meinen Solo-Live-Konzerten bieten. Ich glaube, dies ist mir gelungen.

Am 23.11.2012 stellen Sie in der Brunsviga (Braunschweig) Ihre CD mit einem Release-Konzert vor. Worauf können sich Ihre Zuhörer freuen?
Als Highlight und Einstimmung für den Abend wird jede Besucherin und jeder Besucher des Konzertes, passend zum Titel der CD und des Konzertes, vor Beginn des Hörvergnügens eine süße Überraschung als kleines Geschenk erhalten.

Musikalisch und persönlich freue ich mich besonders auf die Unterstützung durch einige namhafte Braunschweiger Musiker, die sich bereit erklärt haben, mich für dieses Konzert zu begleiten und zu unterstützen.

Der allseits beliebte “Bluesman” Fritz Köster wird im Vorprogramm mit seiner akustischen Gitarre auf den Abend einstimmen und alleine eher ungewohnt einfühlsame Lieder und Evergreens zum Besten geben.

Darüber hinaus werden an diesem Abend die langjährige Pianistin und Chorleiterin Christel Schulze (Klavier), der Braunschweiger Saxophon-Gott Sebastian Scheil (Querflöte und Saxophon), Fritz Köster (Gitarre) sowie das Braunschweiger Urgestein (u. a. Frontmann der legendären Admiral Davidson Band) Michael “Mike Feelgood” Kumpe und seine Frau, die Chor- und Ensemblesängerin Tanja Kumpe (Background-Gesang) mit von der Partie sein und mich als meine Band unterstützen.

Last but not least möchte ich auch noch auf ein besonderes Anliegen hinweisen, das mir sehr am Herzen liegt. Ich habe mich dafür entschieden, zwei Organisationen zu unterstützen, die es meines Erachtens wert sind und die aus der großen Masse der NGOs mit sozialem bzw. gesellschaftlichem Engagement hervorstechen.
Zum einen handelt es sich um den gemeinnützigen Friends for Life e.V., in dem Extremsportler aus der Region Braunschweig sich mit verschiedenen spektakulären bis hin zu verrückten Aktionen und Projekten aus dem Bereich des Extremsports für soziale Projekte im In- und Ausland einsetzen.

Außerdem möchte ich mich für die Sea Shepherds Deutschland e.V. stark machen. Die zu der internationalen Sea Shepherds Conservation Society (SSCS) gehörende Organisation ist ein gemeinnütziger Verein zum Schutz der maritimen Tierwelt.

Beide Organisationen werden am Freitag, den 23.11.2012 in der Brunsviga mit einem Stand anwesend sein, über ihre Anliegen und Tätigkeiten informieren sowie für Unterstützer werben.

Jeder, der an diesem Abend eine CD von mir erwirbt, wird automatisch aktiver Unterstützer dieser beiden großartigen Aktionen. Ich werde jeweils 50 Cent pro verkaufter CD an die Friends for Life und an die Sea Shepherds spenden!

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