Interview mit Tobias Siebert (And The Golden Choir)

„Letztlich muss jeder Künstler selbst entscheiden, wie viel er aus der Hand geben will“

And The Golden Choir (Universal Music)

And The Golden Choir (Universal Music)

Aufgrund seines aktuellen Albums – Breaking With Habits (Caroline International/Universal Music) – erfreut sich Tobias Siebert neuerlich eines exorbitanten Interesses. Selbst in die „Tagesschau“ hat es ihn als And The Golden Choir verschlagen. Trotz – und nachdem – er als Mastermind von Klez.e noch im vergangenem Jahr für eine Sensibilisierung im Hinblick auf ubiquitäre Desintegration (Staatsakt/Universal)mehr als nur weiter belanglos – warb. Dieses Großkaliber sollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen. Im Folgenden seine Munition.

amusio: „Hi Tobias, empfindest du das immense Medienecho, das Beaking With Habits hervorruft, als eine Art Genugtuung?“

Tobias Siebert: „Eher als Anerkennung. Für unsere kunstvoll erdachte Musik, die inzwischen sogar breitere Schichten anspricht. Wenn ein Tagesschau-Redakteur einlädt, empfinde ich das als ein Klopfen auf die Schulter. Die große Öffentlichkeit ehrt, das ist nicht von der Hand zu weisen. Aber auch wenn der kleinste Apparat sich die Mühe macht, unsere Musik nicht nur zu hören, sondern sich darüber hinaus noch dazu animiert fühlt, über das Erlebte zu schreiben, entfaltet sich die wohltuende Wirkung der Resonanz.“

amusio: „Warum sprichst du im Plural, während sich doch das Besondere an deinem Schaffen dem Alleingang verdankt?“

Tobias Siebert: „Weil zwar der Chor aus mir allein besteht, das ganze Drumherum jedoch auf einem langjährig kooperierenden Team basiert. Auf all den Strippenziehern, die dafür sorgen, dass ich mit And The Golden Choir, Klez.e und noch so manchem mehr immer weiter machen kann. Unermüdlich.“

amusio: „Dabei verdankt sich die Aufmerksamkeit, die dir zuteil wird – mit Verlaub – doch sicher nicht zuletzt dem Umstand, dass du als Solitär einen Chor unterhältst. Und dich somit vom Gros des Angebots abhebst, oder?“

Tobias Siebert: „Sicher, doch das entspringt nicht einem auf dem Reißbrett entworfenen Kalkül. Vielmehr zahlen sich bei And The Golden Choir jene Erfahrungen aus, die wir schon damals, mit der Band Delbo, gemacht haben. Wir haben uns Vertriebswege erschlossen, sind Klinken putzen gegangen, haben unsere Platten persönlich in die Läden gestellt. Es gab noch kein Internet. Doch dann kam, so profan es auch klingen mag, Geld zurück. Geld, mit dem wir weiter an unseren Ideen arbeiten und unser Selbstbewusstsein stärken konnten.“

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