PRAG in der Kulturkirche (Köln-Nippes)

Scharfsinnig dosierte Sinnlichkeit

Josephin Busch, Erik Lautenschläger - Prag in Köln (Stephan Wolf)

Josephin Busch, Erik Lautenschläger – Prag in Köln (Stephan Wolf)

Trotz des „wichtigsten Festtags“ (Erik Lautenschläger) in der Domstadt – Aschermittwoch – trifft das für seine Tour auf Siebenköpfigkeit angewachsene Chansonpop-Duo Prag in der Kulturkirche auf sein letztlich doch zahlreich erschienenes Publikum, für das die Anzahl der gegen Ende des Sets ausgeteilten Textfolder „zum Mitsingen“ gar nicht ausreicht. Was aber an diesem Abend der geschmackvoll leichten Muse, bei der es auch darum geht, „das zutiefst Melancholische möglichst fröhlich zum Ausdruck zu bringen“, das einzige Manko bleibt.

Es sei denn, man möchte noch den Hall monieren, der die anspruchsvolle Akustik des Sakralbaus nun einmal einkalkulieren lässt. So ganz gelingt dies nicht, insbesondere leiden die an sich einwandfreien Gesangsleistungen: Man würde die Texte gerne auch dann verstehen können, wenn man nicht schon längst textsicher ist – wobei sich das Gros des Auditoriums durchaus als in diesem Sinne bestens vorbereitet erweist.

Apropos: Josephin Busch erweist sich – wie schon auf dem aktuellen Album (Es war nicht so gemeint) – mit ihrem klaren Timbre als eine ideale Ergänzung zum gesanglichen Vortrag des Conferenciers Erik Lautenschläger, bei dem man sich nicht sicher sein kann, ob die in seinen Aussagen präsente (und dabei stets sehr charmante) Nervosität nun ehrliche Verlegenheit oder doch eher kalkulierte Koketterie darstellt. Vermutlich von beidem etwas.

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