Interview mit Kissing Clouds

„Ein ständiger Kampf gegen die Langeweile“

Kissing Clouds: "You" (Bandcamp)

Kissing Clouds: “You” (Bandcamp)

Zum Ortstermin erscheinen Tom (Stimme, Gitarre), Manuel (Bass) und Mo (Drums) pünktlich an einem sonnigen Winternachmittag in der Ankerklause am Neuköllner Ufer des Landwehrkanals, unweit des bandeigenen Studios. Allein Clara (Violine, Keyboards, Gesang) lässt sich entschuldigen. Es gibt für Kissing Clouds eben auch noch ein Leben abseits ihrer größten Leidenschaft, der Musik. Doch über diese, genauer: Über das nach einer dreijährigen Entwicklungsphase soeben im Bandcamp-Vertrieb erschienene Zweitwerk You wollen wir uns verständigen.

Wobei die komplexen Arrangements der bis zu achtminütigen Tracks auf You diese Verständigung zunächst einmal nicht gerade erleichtern. „Im Grunde“, hebt Tom an, „ist unsere musikalische Ausrichtung ein ständiger Kampf gegen die Langeweile.“ Will sagen, so Manuel, „dass wir nicht daran interessiert sind, Musik zu spielen, die es bereits gibt.“ Markige Worte, die sie indes mit einem nicht minder starken Album untermauern. Tatsächlich erweist sich You (wie schon der im Juni 2012 erschienene, eponym betitelte Vorgänger) als ein gewagt-gelungener Wurf, der sich kaum in gängige Kategorien einsperren lässt.

Kissing Clouds (Kissing Clouds)

Kissing Clouds (Kissing Clouds)

So verläuft die Diskussion, womit Kissing Clouds und You sich eventuell doch vergleichen ließen, recht schnell im Sande. Sie löst sich sozusagen in Wohlgefallen auf, ähnlich dem Zucker in den Heißgetränken vor uns auf dem Tisch. „Man könnte in weitestem Sinne Parallelen zum Postrock erkennen wollen“, raisonniert Tom, der mittlerweile zum Wortführer der Band avanciert. Dabei ist er sich im Klaren darüber, dass er damit tendenziell doch wieder nur Assoziationen weckt, die auf falsche Fährten führen. Postrock, so überlegen wir gemeinsam, könnte eventuell im Hinblick auf Bands wie The Flaming Lips oder Tortoise noch Sinn ergeben. Aber nicht etwa „mit den ausschweifend veranlagten Effekt-Bands wie etwa Mogwai“, legt Tom im Namen aller Anwesenden die Suche nach Referenzen bei.

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