Im Interview: Steven Töteberg über Alexander Technik

Bitte stellen Sie sich einmal kurz vor. Wer sind Sie?
Mein Name ist Steven Töteberg, ich bin Produzent, Musiker und Lehrer der Alexander Technik.

Erzählern Sie ganz kurz, was Alexander Technik ist.
Alexander Technik ist eine Methode, mit der man sich von tief sitzenden Gewohnheiten lösen kann, leichter und effektiver seine Arbeit und Alltag verrichten kann. Es ist eine Technik, keine Behandlung.

Administriere bereits ab €0,- Deine Sprachschule!

Steven Töteberg

Sie haben Ihre Ausbildung bereits 2000 abgeschlossen und sind seitdem professioneller Lehrer für Alexander Technik. Inwieweit hat sich seitdem das Verständnis der Menschen über die Notwendigkeit des Erlernens einer solchen Technik zur Stressbewältigung etc. gewandelt?
Es stimmt. Ich habe in ganz Europa, Westafrika, Südafrika und auch USA unterrichtet. Wir, zivilisierten Menschen, reagieren fast ausnahmslos zu schnell, zu stark und dadurch unangemessen. Eine Technik kann uns kurieren, die vielen Rückenleiden mildern oder beheben, und für uns Kreative eröffnet sich damit ein neues Pool an Möglichkeiten für Ausdruck und Leidenschaft.

Ich denke aber, dass STRESS noch salonfähiger geworden ist bzw. dass wir den Begriff so in unserem alltäglichen Sprachgebrauch eingebaut haben, dass wir dies – wie so vieles – kaum bemerken. Das ist sehr schade und bedeutet eigentlich: “STRESS = VERSPANNUNG ist ok, weil völlig normal”. Ich denke, wir verlieren die Zusammenhänge aus den Augen. Und genau darum geht es bei meinen Einführungen – den gesunden Menschenverstand zu wecken.

Warum soll Ihr Können insbesondere Musikern und Musiklehrern helfen?
Die Alexander Technik wurde von einem Künstler um 1900 entwickelt und wird von etlichen klassischen Musikern und Schauspielern genutzt. Einige Beispiele sind Madonna, Sting, Paul Newman, Kevin Spacy und viele mehr. Sie hilft Pädagogen, besser zu unterrichten und auch ein gutes Vorbild zu sein.
Wenn man Alexander Technik anwendet, ist man präsenter – als Lehrender oder als Lernender. Im Allgemeinen stellt sich eine Leichtigkeit im “SEIN” ein, in der Art und Weise wie wir unseren Körper, aber auch Geist gebrauchen. Man kann also behaupten, dass jeder davon profitiert.

Sie selbst haben lange Zeit Klavier und Keyboard für Audrey Motaung gespielt. Als Musiker wissen Sie an eigenem Beispiel über Probleme Bescheid, die Sie bei Ihrer Arbeit ansprechen und lösen wollen. Wann sind Sie das erste Mal der Alexander Technik begegnet und wie hat sie Ihnen persönlich geholfen?
Mir persönlich hilft die Alexander Technik als Musiker, wenn es um Lampenfieber geht. Das ist völlig verschwunden (und ich vermisse es nicht!). Alexander Technik macht entspannter, das ist gut, wenn ich Songs produziere oder wenn ich denke, dass die Dinge nicht so laufen, wie ich dachte. Ich bekomme Abstand und Ruhe, die ich sonst nicht hätte.

Während ich auf der Bühne stehe, nehme ich meinen Körper klarer und eindeutiger wahr als früher – ich glaube früher war ich unbewusst immer irgendwie verspannt.
Das verändert meine Sichtweise auf mich und die Außenwelt sehr stark und macht mich in gewissem Sinne frei.

Am 17. Oktober 2012 geben Sie einen Workshop “Einführung ALEXANDER TECHNIK” (Quasimodo, Berlin am 17.10./12.12.1012, 13 Uhr), der sich speziell an Musiker, Produzenten, Tontechniker etc. richtet. Was dürfen die Besucher an dem Tag erwarten?
Die Besucher der Einführung werden einen Einblick davon bekommen, wie es ist, mit der Alexander Technik zu arbeiten; es werden kurze Beispiele gezeigt. Ebenso werde ich demonstrieren, was Denken eigentlich ist. Es ist kein Workshop und geht naturgemäß nicht so in die Tiefe – es soll eher Lust auf mehr machen!

Hier sind nur zwei der Fragen, auf die Sie im Workshop Antworten zu geben vermögen: Was hat Stress mit dem Aufrechtsein, und das wiederum mit Musik zu tun? Wie kann ich mein Gitarrenspiel perfektionieren, OHNE mich anzustrengen? Geben Sie bitte einen ganz kleinen Ausblick darauf, was in dem Workshop noch auf die Leute zukommt.
Jeder Mensch möchte sich wohlfühlen und träumt von innerer oder auch körperlicher Freiheit.
Ich werde den Besuchern zeigen, wie man sich damit beschäftigen kann (eben mit der Technik) und dann Gitarre spielt oder singt. Meist ein umwerfendes Erlebnis.
Man tut nichts, um etwas zu tun.
Das ist alles Theorie und ich freue mich, Ihnen das an diesem Nachmittag ein bisschen klarer und konkreter machen zu können!

Es gibt viel Literatur über die Alexander Technik. Welches Buch würden Sie jemandem empfehlen, der sich an das Thema erst herantasten möchte, um vielleicht anschließend an Ihren Workshops / Seminaren teilzunehmen?
Nur das Originalbuch “use of the self” oder sonst gar keines. Es ist zu komplex und ungewohnt, als dass man durchs Lesen lernt. Stellen Sie sich vor,  jemand redet ausführlich über Rotwein und Sie haben noch niemals einen Wein getrunken. Sie würden nichts “begreifen”.

Termine und weitere Information zum Workshop unter: http://www.graftoeteberg.de/
amusio: Alexander Technik
Facebook

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!


Eine Antwort auf Im Interview: Steven Töteberg über Alexander Technik

  1. ofb sagt:

    Wenn Sie die Alexander-technik lernen und anwenden wollen, MÜSSEN Sie die ihr zugrundeliegenden Prinzipien genau kennen und verstehen! Sie MÜSSEN sich intensiv sowohl theoretisch als auch praktisch mit den Prinzipien auseinandersetzen. Sonst machen Sie halt irgendwas, und es hilft Ihnen vielleicht sogar, aber ich persönlich bin davon überzeugt, dass erst das intensive theoretische und praktische Studium das volle Potential der Technik enthüllt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>