Lou Doillon „Places“ – Lana Del Rey, nimm dich in Acht!

Kein langweiliges Debüt liefert die Französin Lou Doillon mit dem gerade erschienenen „Places“ ab. Das Album, das bereits letztes Jahr in Frankreich veröffentlicht wurde, belegte dort sogleich Platz 3 der Charts – und das zu Recht. Mit ihrer Mischung aus akustischer Musik und autobiografischen Texten hat das schauspielende Model – oder die modelnde Schauspielerin – ihr Repertoire nachweislich und sehr erfolgreich um ein Talent erweitert.

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Lou Doillons Debütalbum "Places"

Lou Doillons Debütalbum “Places”

Die Tochter des Regisseurs Jacques Doillon („Ponette“) und der Schauspielerin Jane Birkin stand bereits mit fünf Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter vor der Kamera und blickt auch als Model auf eine erfolgreiche Karriere zurück, während der sie unter anderem als Gesicht der Marken Givenchy, H&M und Yves Saint Laurent fungierte und sowohl für den Playboy als auch den Pirelli-Kalender abgelichtet wurde. Bleibt also irgendwie alles in der Familie: Film – Lou Doillons Halbschwester ist die Schauspielerin Charlotte Gainsbourg –, Mode (s. die bekannte und begehrte Birkin Bag von Hermés) und eben auch Gesang. Mit Charlottes Vater, dem Chansonnier und Komponisten Serge Gainsbourg, machte Jane Birkin jahrelang Musik und so entstand 1969 der zeitweise indizierte Schmachtsong „Je t’aime… moi non plus“.

Beste Startbedingungen also für Lou Doillon, die sie allesamt genutzt zu haben scheint. Auf ihrem Debütalbum „Places“ verbindet sie zurückhaltende Popmusik und Soulelemente mit ihrer rauchigen, leicht brüchigen Stimme. Auffällig sind aber vor allem die sehr persönlichen Texte, die Doillon ausschließlich auf Englisch singt, was sie als ihre „private Sprache“ bezeichnet. Beides, Lyrics und Musik, stammt aus der Feder der 30-Jährigen.

Schauspielerin, Model und jetzt auch noch Sängerin: die 30-jährige Lou Doillon / Foto: Universal Music

Schauspielerin, Model und jetzt auch noch Sängerin: die 30-jährige Lou Doillon / Foto: Universal Music

Highlight des Albums ist sowohl in musikalischer als auch in textlicher Hinsicht die Singleauskopplung „I.C.U“. Die durch Klavier und Schlagzeug begleitete Ballade beschreibt in wunderschön klingenden Worten, wie man einen einst geliebten Menschen in allem und jedem sieht, das oder der einem begegnet. Die Sängerin fragt sich, ob es dem anderen genauso gehe – eine Thematik, mit der sich wohl jeder identifizieren kann, der schon einmal eine Liebe oder einen Freund verloren hat. Trotz des melancholischen Themas schließt Doillon mit dieser alten Liebe in Frieden ab: „I’m glad that you came through my life and put your stain on me.“

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.

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