Posaunenklänge und Mannheimer Blech in der Alten Aula Heidelberg

Für Liebhaber der Posaune boten Studierende und Mitarbeiter der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim im ersten Teil des Abends eine reichhaltige Mischung wichtiger Solowerke aus der Literatur. Im zweiten Teil des Abends führte das Mannheimer Blech sein Programm für die erste Runde des Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerbs vor, der vom 16. bis 20. Januar an der UDK Berlin stattfinden wird.

Das Konzertprogramm umfasste unter anderem zwei Werke des französischen Komponisten Henri Tomasi (1901 – 1971). Die Posaunistin Song Hee Kim, am Flügel begleitet von Chiaki Ohara, interpretierte das aus drei Sätzen bestehende Concerto dieses Komponisten.

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Sie ließ ihr Instrument ausdrucksvoll mit einem sehr klaren Ton erklingen. Sowohl hohe als auch tiefe Töne bewältigte sie souverän. Nach dem fulminanten Schluss erntete sie für den hervorragenden Beitrag viel Beifall.

Das andere Werk von Tomasi war „Ȇtre ou ne pas ȇtre“ für Bassposaune Solo, gespielt von Daniel Kauer, drei Tenorposaunen, gespielt von Riccardo Nazario del Castello, Josep Oliver Rubio und Sebastian Harras, und einem Sprecher. Während Marat Pak den berühmten Monolog aus Hamlet von William Shakespeare rezitierte, untermalten diesen die vier Posaunisten mit düsteren dramatischen Klängen. Daniel Kauer spielte souverän und mit viel Dynamik die tiefen Passagen auf der Bassposaune.

Seri Oh (Posaune) und Chiaki Ohara (Klavier) / Foto: Dr. Roswitha Kraft

Von den anderen ausgezeichnet vorgetragenen Werken sind besonders diejenigen der Interpreten Seri Oh, Simon Kräuter und Lukas Bischof zu erwähnen. Seri Oh, am Flügel von Chiaki Ohara begleitet, trug den ersten Satz des Posaunenkonzerts von Launy Gröndahl auswendig vor. Sie beherrschte ihr Instrument meisterhaft, spielte mit viel Ausdruck und erntete für den ausgezeichneten Beitrag viel Applaus. Ebenfalls auswendig spielte Simon Kräuter, begleitet von Rie Shimada am Flügel, die Sonate B-Dur von Antonio Vivaldi. Die schnellen Läufe beim Allegro trug er virtuos und mit viel Dynamik vor. Mit der Bassposaune brillierte Lukas Bischof, der die Rhapsody von Frigyes Hidas interpretierte, wobei ihn Hye-Rim Ma am Flügel begleitete.

Das Mannheimer Blech mit seinem Leiter Prof. Ehrhard Wetz. Quelle: Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim

Das Finale des Konzertabends gestaltete das Mannheimer Blech mit derselben Besetzung wie am vergangenen Freitag (s. Bericht). Wie am Freitag musizierten die Blechbläser ohne Dirigat und ohne Ansagen zwischen den Stücken. Die Serie begann mit der „Terpsichore“-Suite von Michael Praetorius. „Terpsichore“ ist die Muse der Tanzkunst und so waren viele tänzerische Elemente herauszuhören. Das nächste Werk von Michael Nyman (geb. 1944) hatte den Namen „For John Cage“. Hier bewiesen die zehn Musiker wie am vergangenen Freitag das perfekte Zusammenspiel. Für den Hörer war das Werk nicht so schwer verdaulich wie der Titel dieses vermuten ließ; es waren viele harmonische und melodische, aber auch rhythmische Elemente herauszuhören. Der „Rausschmeißer“ dieses Konzertabends war der Tuba-Blues von Klaus Arp, Professor für das Fach Dirigieren an der Mannheimer Musikhochschule. Dieser hatte es 1995 ursprünglich für Blechbläserquintett komponiert, aber kürzlich für das Mannheimer Blech umgearbeitet und diesem gewidmet. Hiroki Ishizaka an der Tuba spielte seine Soli brillant; das ganze Ensemble trug dieses Werk meisterhaft vor.

Bei so einer großartigen Leistung kann man durchaus erwarten, dass das Mannheimer Blech beim Hochschulwettbewerb zu den Preisträgern gehören wird. Ich drücke den jungen Musikern die Daumen.

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