Ein voller Erfolg – Das Platzhirsch Festival in Duisburg

Der Himmel ist bedeckt doch die Temperaturen sind angenehm. Der Dellplatz füllt sich nur langsam. Das erste Duisburger Platzhirsch Festival hat begonnen -  ein Festival der Artenvielfalt. Neben viel Musik von Jazz bis Punk und Klezmer bis Flamenco präsentiert das Festival auch Literatur, Theater und bildende Kunst. Epizentrum des kreativen Bebens ist die Außenbühne auf dem Dellplatz.

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Rabatz! aus Essen, Foto: Mick Baltes

Rabatz! aus Essen, Foto: Mick Baltes

Den ersten musikalischen Akt an diesem Ort bestreiten Rabatz! aus Essen. Kraftvolle Bläsersätze, viele Eigenkompositionen und ein paar interessante Coverversionen wie etwa „Under the Bridge“ sorgen für gute Stimmung.

Ich werfe einen Blick ins Programmheft, wohin geht man als nächstes? Das reichhaltige Angebot stellt einen nämlich durchaus vor die Qual der Wahl. Es gibt viele sich überschneidende Veranstaltungen und teilweise laufen bis zu drei Events parallel.

Viele Spielorte liegen in unmittelbarer Nähe des Dellplatzes, einige andere sind etwas weiter entfernt, aber noch Gut zu Fuß erreichbar. Man muss sich entscheiden, denn es ist unmöglich wirklich alles zu sehen. Eine Möglichkeit besteht natürlich darin, sich mal hier und da reinzuzappen und sich diverse Sets jeweils nur zur Hälfte anzusehen. Das versuche ich auch, um möglichst viele Interpreten zu Gesicht und zu Gehör zu bekommen. Ich beschließe  gleich zum Djäzz zu wandern, um dort die Saigoons zu sehen. Dann werde ich mich vorzeitig auf den Rückweg machen, um rechtzeitig zum Auftritt von FM Einheit im Grammatikoff  zu sein (so zumindest der Plan).

Da die Aufnahmekapazität der Veranstaltungsräume begrenzt ist, gibt es keine Garantie auch noch reinzukommen. Es empfiehlt sich also immer rechtzeitig vor Ort zu sein.

Andre Meisner spielt sein Programm "Kreatur", Foto_ Mick Baltes

Andre Meisner spielt sein Programm “Kreatur”, Foto: Mick Baltes

Auf der Außenbühne spiel jetzt der Duisburger Jazz Musiker Andre Meisner sein Programm Kreatur und entlockt seinem Saxophone erstaunliche Klänge. Er arbeitet dabei viel mit Life Loops und Effekten. Heraus kommt eine spannende Mischung und hätte man es nicht mit eigenen Augen gesehen, würde man kaum glauben, dass das alles aus dem Saxophon kommt. Ich bin um eine interessante Hörerfahrung reicher.

Millpond Moon im Webster, Foto: Mick Baltes

Millpond Moon im Webster, Foto: Mick Baltes

Weil ich noch etwas Zeit habe beschließe ich im Webster einen Blick auf Millpond Moon zu werfen. Zum Auftritt von Kjersti Misje und Rune Hauge haben sich nur gut zehn Leute versammelt. Ich setze mich an einen Tisch in der Nähe der Bühne und bestelle mir ein Bier. Es gibt schöne handgemachte Musik, wundervolle Duette aus denen vor allem Kjersti Misjes betörende Stimme hervor scheint. Dennoch halbiert sich das Publikum nach der ersten Nummer. Ich bleibe. Eigentlich wäre es jetzt ja Zeit weiterzuziehen, um rechtzeitig bei den Saigoons zu sein, aber das wäre unhöflich und ich habe als Publikum ja durchaus eine Verantwortung gegenüber den Musikern, also höre ich mir das gesamte Set an.

Kapelsky, Foto: Mick Baltes

Kapelsky, Foto: Mick Baltes

Auf der Außenbühne spielen mittlerweile Kapelski. Sie nennen ihre Musik Ostperanto-Folkjazz. Dahinter verbirgt sich eine Mischung aus Gypsysound Jazz und viel, viel Klezmer. Die Musik geht ab wie eine Achterbahn und es ist einfach nicht möglich dabei stillzustehen. Rückblickend waren Kapelski mein persönlicher Top Act des Freitagabends.

Am Eingang zum Grammatikoff treffe ich auf einen alten Bekannten, der sich die Saigoons angesehen hat. „wirklich super“ sagt er. „Die muss man sich merken.“ (Schade, dass man nicht überall sein kann.)

Dann FM Einheit. Die Musik geht gut ab. Frank-Martin Strauss alias FM Einheit, der Altmeister des industriellen Getöses an der Stahlfeder. Zwei Bässe, gespielt von Volker Kamp und Tim Isfort und das Schlagzeug von Saskia von Klitzing machen mächtig Dampf.

FM Einheit im Grammatikoff, Foto: Mick Baltes

FM Einheit im Grammatikoff, Foto: Mick Baltes

Strauss begrüßt das Publikum „Schön wieder in der Heimat zu sein“  Zum Programm sagt er „Es geht um Krieg“  Die Texte werden vorgetragen von Florian Lenz. Eine Aufzählung der Kriege von 1900 bis heute, viele Text aus der der Ich-Perspektive eines Soldaten. Schwer verdaulich und nur schwer zu ertragen. Aber vielleicht sind ja gerade diese Verdauungsstörungen beabsichtigt. Mir hätte ein Instrumentalauftritt besser gefallen.

Titelbild: Mick Baltes

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Über Mick Baltes

Jahrgang 1962, studierte Politikwissenschaft und Kunst in Duisburg. Hat Spaß an Blues, Rock und gutem Songwriting. Ist Cineast und TV-Junkie. Arbeitet als Redakteur und Webdesigner.

2 Antworten auf Ein voller Erfolg – Das Platzhirsch Festival in Duisburg

  1. ingo gruening sagt:

    Hoffentlich wir Euer Internet-Magazin AMUSIO ein voller Erfolg! Toi, Toi, Toi

  2. ingo gruening sagt:

    Super Beitrag!!! Ich war ebenfalls beim Platzhirsch-Festival in Duisburg und hätte das Erlebnis nicht besser in Worte kleiden können!

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