Unvergessene Stimmen für ein zu Unrecht vergessenes Meisterwerk

Es gibt einige wenige Operneinspielungen, die, auch Jahrzehnte nach ihrer Erstveröffentlichung, vielleicht weil sie einfach überragende Interpretationen eines bestimmten Werkes verewigen, nicht an Schönheit und Bedeutung einbüßen. Zu diesen ewig gültigen Aufnahmen gehört sicher diese Produktion von Mozarts Oper Idomeneo, die im Jahre 1956 bei EMI erschien und nun von Brilliant classics, im neuen Gewande, wieder auf den Markt gebracht wird.

Administriere bereits ab €0,- Deine Tanzschule!

Cover "Idomeneo" (c) Brilliant classics

Cover “Idomeneo” (c) Brilliant classics

Sir John Pritchard, der Mozarts Meisterwerk in den 50er Jahren mehrmals für die Festivalbühne dirigierte, steht auch bei dieser Aufnahme des Idomeneo am Pult des Glyndebourne Festival Orchestra und versammelt, in einer Einspielung, die elegant die Münchener und Wiener Fassung dieser Oper verknüpft, die besten Interpreten der vorausgegangenen Glyndebourne-Produktionen um sich.

In der Rolle der trojanischen Königstochter Ilia brilliert die unvergessene Sena Jurinac, die mit ihrer vollen und gleichermaßen agilen Stimme technisch und darstellerisch, nicht zuletzt durch eine nahezu perfekte Ausprache, auf ganzer Linie überzeugt. Gleiches gilt für Lucile Udovick, die die Partie der Elettra, der Gegenspielerin Ilias, bei dieser Aufnahme übernimmt. Ilia und Elettra kämpfen um die Liebe eines tapferen, aber auch zärtlichen Idamante (Léopold Simoneau), bis, in letzter Sekunde, die Stimme Neptuns (Hervey Alan), hier mit einem Donner à la Königin der Nacht, den wahrlich verzweifelten Idomeneo (Richard Lewis) davor bewahrt, sein Versprechen einzulösen und den eigenen Sohn zu ermorden. Liebe, Leidenschaft und einen Vater, dessen Gewissen auf eine harte Probe gestellt wird.

Des Textdichters Varescos Plot, der ein ursprünglich französisches Libretto von Danchet, Idoménée, umarbeitet, ist wie gemacht für die Leinwand und die Musik zum Spielfilm kommt von niemand geringerem als Mozart, der in seinem Werk immer wieder die Ketten der metastasianischen Oper sprengt. Mit der Neuauflage dieser Aufnahme, die im Juli 2013 erschienen ist, bietet Brilliant classics, nicht nur dem jüngeren Publikum, die Möglichkeit, unvergessene Stimmen in einem zu oft vergessenen Meisterwerk Mozarts zu hören.

Matteo Collettini

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>