Von TV-Duell bis Queensbridge-Diss

En Garde! Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück sahen gut 17,6 Millionen Zuschauer. Das ist keine große Überraschung. Denn Duelle sorgen seit jeher für Faszination beim Volke. Kaum fliegt der Fehdehandschuh, lassen wir alles stehen und liegen und verfolgen gebannt, wie Fäuste oder eben Reden geschwungen werden. Manche Duelle geraten schnell in Vergessenheit, andere hinterlassen ihre Spuren – zum Beispiel in Form eines unvergessenen Songs. So dienen Rivalitäten unter Künstlern nicht selten als „Düngemittel“ für die ganz großen Hits.

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Neil Young mit Poncho und Karre. (Quelle: Warner Music Group Germany)

Neil Young mit Poncho und Rostlaube. (Quelle: Warner Music Group Germany)

Nehmen wir nur einmal den allseits beliebten Gute-Laune-Klassiker „Sweet Home Alabama“. Dieser geht auf einen persönlichen Zwist der Southern Rock-Band Lynyrd Skynyrd mit Neil Young zurück. Young veröffentlichte Anfang der Siebzigerjahre zunächst die Werke „Southern Man“ und „Alabama“. In jenen konfrontiert er Amerikas Südstaatler mit dem Kapitel der Sklaverei sowie dem noch immer vorherrschenden Ku-Klux-Klan-Terror.

“I saw cotton and I saw black
Tall white mansions and little shacks
Southern man, when will you pay them back?”

Lynyrd Skynyrd fühlen sich von den beiden Young-Songs derart in ihrer „Südstaatenehre“ verletzt, dass sie daraufhin „Sweet Home Alabama“ releasen. Darin besingt die Band nicht nur die Schönheit Alabamas, sondern sorgt auch dafür, dass Rocklegende Neil Young sein Fett abbekommt.

“Well, I heard mister Young sing about her
Well, I heard ol´ Neil put her down
Well, I hope Neil Young will remember
A Southern man don’t need him around anyhow”

Queens vs. Bronx

Ausnahmsweise am Boden: KRS-One (Quelle: www.krs-one.com)

Ausnahmsweise am Boden: KRS-One (Quelle: www.krs-one.com)

Ein weiterer – wenn man so will – geographischer Beef findet Mitte der Achtzigerjahre in New York City statt. Die Kontrahenten: Boogie Down Productions-Rapper KRS-One und Cold Chillin’ Records-Artist MC Shan. Die Streitfrage ist keine geringere, als die Bestimmung des Geburtsortes der Hip-Hop-Kultur. So erklärt der aus Queensbridge stammende MC Shan in „The Bridge“ kurzerhand Queens zur Wiege jener Bewegung.

“You love to hear the story again and again
Of how it all got started way back when
The monument is right in your face
Sit and listen for a while to the name of the place. Queensbridge (Scratch)”

Bronx-Künstler KRS-One  reagiert auf jene Behauptung mit einem der legendärsten Battle-Rap-Tracks überhaupt: „The Bridge is Over“. Darin heißt es:

“Sayin’ Hip-Hop started out in Queensbridge
Sayin’ lies like that, mon, you know dem can’t live”

Da sich heutzutage lediglich eingefleischte Hip-Hop-Fans an MC Shan erinnern, wohingegen es sich bei „The Bridge is Over“ von KRS-One um einen unverwechselbaren Klassiker handelt, muss diese Runde letztlich wohl an die Bronx gegeben werden. Was natürlich nicht beweist, dass sich dort – und nicht etwa in Queensbridge – die ersten Blockpartys zugetragen haben.

Der, die, das – Battle?

Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass Duelle zu besonderen Leistungen anspornen können. Und, dass jene Konfrontationen als auch deren künstlerischer Output oftmals in hohem Maße unterhaltsam sind. Natürlich ließe sich die Liste an Songs, die einem musikalischen Schlagabtausch entsprungen sind, noch endlos fortsetzten. Deshalb die Frage: Was fallen Euch noch für Beispiele ein? Was war oder ist Eurer Meinung nach ein legendäres oder interessantes Battle? Und heißt es überhaupt „das Battle“, „der Battle“ oder gar „die Battle“?

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