Einen Kasten Buntstifte für das Publikum, bitte

Interaktive, klanggeometrische Neoklassik im Papenburger Stadttheater: Am “Tag der offenen KulTür”, 01.09.2013, drehten sich für den mutigen Zuhörer Resonanzspiralen ganz besonderer Natur. Die beiden Künstlerinnen Franzis Lating (Klavier) und Stephanie Krauch (Leinwand) boten in ihrem Programm Return to Mother EarthEigenfrequenz = Resonanz die erfrischende Möglichkeit, selbst kreativ zu werden. Hinter dem kryptischen Showtitel verbirgt sich nämlich ein erstaunlich cleveres Konzept.

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Vor der Klavier-Leinwand-Performance wurden dem Publikum Unterlagen, Papier und Stifte ausgehändigt. Inspirationsquellen stellte ihm das Duo Lating-Krauch höchstselbst zur Verfügung: Auf der Bühne waren einige der Werke ihrer gemeinsamen Künstlerarbeit (‘tranSLight’) ausgestellt.

Quelle: Kunstschule Zinnober Papenburg

Franzis Lating während ihrer Performance; Quelle: Kunstschule Zinnober Papenburg

Lating, hauptsächlich Pianistin, spielte sodann Eigenkompositionen (!), deren harmonische Zentren sich wie Escher-Gebilde durch die Tonarten bewegten. Schwer zu beschreiben. Es gibt in ihren Stücken melodische Strukturen und formale Abschnitte, die zwar einer gewissen Regelmäßigkeit unterliegen, aber nach heutigen musiktheoretischen Maßstäben nur unzureichend kategorisierbar sind. Ich möchte daher mal einen Neologismus bemühen und von klangeometrischer Neoklassik sprechen. Beeindruckend!

Beeindruckend anders.

Quelle: Kunstschule Zinnober Papenburg

Eines der ausgestellten Werke von ‘tranSLight’; Quelle: Kunstschule Zinnober Papenburg

Die ungewohnten Klangmuster schalteten augenscheinlich kreative Bedürfnisse frei, die viele Zuhörer mittels Stift und Papier kanalisierten. Vor der Bühne wurde gemalt, geschrieben, skizziert, gefaltet. Auf der Bühne gab es zeitgleich eine Spiegelsituation dazu: Künstlerin Stephanie Krauch zelebrierte hier ihren eigenen Energierausch auf einer 80x100cm-Leinwand. Acrylfarben, Kohle, Lackmaler und im Resultat ein expressionistischer Kompromiss. Als TranSmiTTeriSmuS will Krauch es verstanden wissen. Machen Sie sich ein eigenes Bild:

Quelle: Kunstschule Zinnober Papenburg

Während der Performance entstanden: Das Resonanzbild von Stephanie Krauch; Quelle: Kunstschule Zinnober Papenburg

Die Resonanzen des Publikums sollen gebunden und Teil einer Ausstellung werden.

Franzis Lating und Stephanie Krauch sahen in der Performance den gelungenen Start einer noch unspezifizierten Tournee. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich das Konzept beim Publikum durchsetzt, aber das Potenzial der Idee ist zweifelsohne ein beachtliches. Augen und Ohren also nach den beiden aufhalten, denn sie verschmelzen Bild und Klang vor, hinter, auf und neben der Bühne. Ein Experiment ausgesprochen spielerisch-metaphysischer Ausgestaltung!

Quelle: Kunstschule Zinnober Papenburg

Quelle: Kunstschule Zinnober Papenburg

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Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.

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