Amy Winehouse, komm zurück!

2009 – Eine harte Zeit lag hinter mir, ich saß im Auto und eine Stimme aus dem Radio traf mich ins Herz und jagte mir Gänsehaut über den Nacken. Ich nahm nichts anderes mehr wahr, außer dieser Kraft, unter deren Druck mal enorm leidenschaftliche, dann wieder leise, schauderende Töne aus dem tiefsten Inneren der Sängerin direkt in meine Gefühle strömten. Note für Note. Sie sang mir aus der Seele, drückte genau aus, was ich in jenen Tagen empfand: Es war Amy Winehouse.

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Einfach nur singen

{Information |Description=Amy Winehouse performing in Berlin in 2007 |Source=http://www.flickr.com/photos/berlinfotos/375924857/ |Date=2007-01-31 Foto=berlinfotos Quelle: http://www.flickr.com/photos/berlinfotos/

Amy Winehouse performing in Berlin in 2007 Foto: berlinfotos

Amy Winehouse war in jeder Hinsicht eine Grenzgängerin. Außerhalb der Bühne war sie oft im roten Bereich zwischen trotzigem Wahnsinn und erfahrungssüchtigem Genie.

Inbrünstig, exzessiv, mit einem wilden Freiheitsdrang und immer an der Schwelle ihrer Kräfte, wenn sie durchs Londoner Nachtleben schwankte – feiernd, lärmend, zugedröhnt, sturzbetrunken, krank, verletzt und völlig von Sinnen. Das morgendliche Johlen der Yellow Press nahm sie wissentlich in Kauf, wie einen Preis, den sie zu zahlen hatte. Sie wollte einfach nur singen.

Ich glaube nicht, dass die Kraft zu kämpfen etwas damit zu tun hat, wie groß du bist. Es hat nur damit zu tun, wieviel Zorn du in dir trägst

Rehab – Liebe, Zorn und Angst

Nach ihrem Tod erfuhr man, wie sensibel Amy Winehouse wirklich gegenüber dem Publikum war, wie sie sich Mut antrinken musste, um auftreten zu können. Schon in “Rehab” hört man ihn deutlich, den Zorn über gesellschaftliche Dogmen und das gläserne Star-sein-müssen, ebenso wie eine tiefsitzende Angst und Liebe zur Musik.

Exzessive Alkoholikerin, Junkie – das mag alles sein. Ich aber höre noch heute einer unglaublich talentierte Frau zu – voller Angst ins Leere zu singen, nicht zu genügen, abgeurteilt oder im knallharten Showgeschäft ausgepresst zu werden, bis kein Herzblut für ihre Liebe zur Musik mehr übrig bleibt. Und sie sang trotzdem!
„Rehab“ ist deswegen der bestverkaufte Titel des „Back in Black“-Albums. Abrechnend, trotzig und ehrlich. Am Ende lohnten die Fans Amy den festen Willen, immer sie selbst zu sein dann doch.

Genau so – als Sängerin selbstbewusst und stark, als Frau und Künstlerin sensibel und verwundbar, will ich Amy Winehouse wiederhaben.

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Über Anja Thieme

Anja Thieme lebt in Ost-Westfalen/Lippe und arbeitet seit über 10 Jahren als freie Autorin und Journalistin. Mit der Arbeit für amusio.com verbindet sie ihre große Leidenschaft für Musik mit ihrem Beruf.

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