15 Jahre Schandmaul – eine Medieval-Rock-Institution feiert Geburtstag

Erstaunlich, dass sich die Schandmäuler nun schon so lange halten. “Am Anfang sind wir nicht einmal davon ausgegangen, dass es uns länger als ein Konzert gibt”, erzählt Sänger Thomas Lindner und spielt auf die – im wahrsten Sinne des Wortes – Schnapsidee an, mit ein paar anderen Musikbegeisterten für nur einen Abend aufzutreten. Doch schnell merkte die Gruppe, dass daraus mehr werden kann, und machten weiter. Nun blicken sie mit ihrer aktuellen CD “So weit, so gut” auf ihr bewegtes Leben als moderne Spielmänner.

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Spielmänner der neuen Zeit: Schandmaul (Foto: Volker Beushausen)

Spielmänner der neuen Zeit: Schandmaul
(Foto: Volker Beushausen)

Neugestaltung

Dabei handelt es sich um keine übliche Best-Of mit einem Sammelsurium aus bereits bekanntem Material, sondern um zum Teil neuen Songs und den alten Stücken in neuem Gewand. “Wir wollten mit diesen neuen Versionen den Live-Charakter der Stücke herausarbeiten”, erklärt Thomas den Grund für dieses Projekt, das vor allem auch den Hardcore-Fan erfreuen wird. Für den Novizen bietet die beigelegte zweite CD mit Originalaufnahmen einen guten Querschnitt.

Rockige Märchenerzähler

In ihren 15 Jahren hat sich die Band stilistisch schnell festgelegt: Rockig sollte es sein, aber im Kern an die fahrenden Spielmänner von einst erinnern, die frech-frivole bis mystisch-abenteuerliche Geschichten vom Hofe erzählen. Mittlerweile sind die Gitarren stärker in den Vordergrund gerückt, wie es auch bei “Folk’n’Roll”, einem für die aktuelle Scheibe neu eingespielten Instrumental, der Fall ist. “Das erste, was einem an einer Schrammelgitarre am Lagerfeuer beigebracht wird, ist (nach „Smoke On The Water“) das klassische Blues-Schema. Schon immer wollten wir diese klassische Intervall-Folge in einem Song verbraten.” Diese Mission ist geglückt.

Gute Freunde…

In Interviews betont die Truppe, dass ihr Zusammenhalt und die starken, freundschaftlichen Bande der Grundstein für das lange Bestehen von Schandmaul beitragen. Aber ganz ehrlich: Gibt’s nicht auch mal Stunk? “Sicher”, gibt der Sänger zu. “Wie in jeder Beziehung kracht es ab und zu. Sechs Köpfe beherbergen sechs Meinungen – da ist die Wahrscheinlichkeit, dass die nicht immer deckungsgleich sind, durchaus gegeben. Aber es artet nie aus. Es wird diskutiert und argumentiert und am Ende des Tages eine Entscheidung mehrheitlich gefällt.”

Auf die nächsten 15 Jahre

Auch wenn manch einer kritisiert, dass Schandmaul arg weichgespült daherkommt und ihre Songs mehr schlagerhaft als mittelalterlich sind, so geht ihr Konzept auf. Kein Grun also aufzuhören oder etwas anderes zu machen: “Ich möchte diesen Beruf noch so lange wie möglich ausüben – zu viele Geschichten wurden noch nicht erzählt”, blickt Thomas in die Zukunft. Er hofft, auch nach weiteren 15 Jahren Schandmaul immer noch die Menschen zu begeistern. ” Im schlimmsten Fall sehe ich mich Rosen züchten – auch ok…”

Ein kleiner Überblick ihrer Studioalben:

“Wahre Helden” (1999)
“Von Spitzbuben und anderen Halunken” (2000)
“Narrenkönig” (2002)
“Wie Pech & Schwefel” (2004)
“Mit Leib und Seele” (2006)
“Anderswelt” (2008)
“Traumtänzer” (2011)

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Über Daniel Dreßler

Freier Musikjournalist und Radiomoderator aus München. Befürworter der alternativen im Allgemeinen und der elektronischen Klangkunst im Besonderen. Der Strom macht die Musik!

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