Thomas Dybdahl – What’s Left Is Forever: Nicht drängeln

Es ist schade, aber kaum verwunderlich, dass Thomas Dybdahl hierzulande (immer) noch ein relativ unbeschriebenes Blatt ist. Der 34-Jährige ist niemand, der sich musikalisch nach vorne drängelt. Mehr gehaucht als gesungenen und mit sparsam unterlegten Beats legt die Musik des Norwegers ein sehr lässiges – aber nicht inszeniertes wirkendes – Understatement an den Tag.

Administriere bereits ab €0,- Deine Tanzschule!

 "What's Left Is Forever" - Thomas Dybdahls siebtes Soloalbum  © Universal Music

Thomas Dybdahl – “What’s Left Is Forever”
© Universal Music

In seiner nordischen Heimat hat Thomas Dybdahl es dennoch längst geschafft: Er zählt zu den erfolgreichsten Singer/Songwritern und ist seit Jahren in den Charts zu Hause.

Neben seiner Arbeit als Solokünstler ist Dybdahl Sänger und Gitarrist bei The National Bank und war als Gastmusiker auf dem Abum Dive Deep (2008) der britischen Trip-Hop-Formation Morcheeba vertreten. Für seine Arbeit wurde er bereits drei Mal mit dem Spellemannprisen – dem norwegischen Pendant zum Grammy – ausgezeichnet.

Mit What’s Left Is Forever veröffentlicht Thomas Dybdahl sein nunmehr siebtes Solo-Album. Es scheint, als hätte er bei diesem, von Larry Klein (u. a. Joni Mitchell, Tracy Chapman, Till Brönner) produzierten Album, besonderen Wert auf Abwechslung gelegt: „Ich versuche, Einflüsse aus einem breiten Musikspektrum zu verarbeiten – nicht nur von Songwritern und Sängern, sondern auch aus zeitgenössischer und klassischer Musik.“, so Dybdahl kürzlich in einem Interview.

Verweise auf Marvin Gaye, Remy Shand und Nick Drake stehen deshalb keinesfalls im Widerspruch zueinander. Unter den insgesamt 13 Stücken findet sich poppiger Retro-Soul wie skandinavische Melancholie, stehen unbeschwerte Feelgood-Nummern („Running on Fumes“, „Soul Sister“) neben sanften Folk-Balladen („Easy Tiger“, „But We Did“). Über allem schwebt Dybdahls hochsensible Soulstimme, die beim grandiosen Opener („Love is here to stay“) wahrscheinlich sexier klingt, als sie soll. Und weil sich Thomas Dybdahl eben auch mal zurücknehmen kann, wirkt auch ein Instrumentalstück („Interlude“) nicht befremdlich sondern sehr entspannt.

Mit der ersten Singleauskopplung „Man On A Wire“ (30.09.) hat sich Dybdahl jedenfalls dann doch für d a s Stück der Platte entschieden, das von allen am meisten nach vorne geht. Vielleicht ja doch ein kleiner Versuch, ein bisschen zu drängeln.

Man On A Wire

What’s left Is Forever erscheint am 13. September bei Universal.

Tourtermine:
08.09.2013 – Berlin, Auf den Dächern Festival
28.09.2013 – Hamburg, Reeperbahn Festival
07.10.2013 – Köln, Luxor
08.10.2013 – Berlin, Frannz Club

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Sarah Zimmermann

Sarah ist freiberufliche Lektorin und Redakteurin. Sie lebt und arbeitet in Kassel. Schwerpunkte: Singer-Songwriter | Folk-Pop | Independent | (Brit) Pop | Electro

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>