Das Tagebuch der Anne Frank: ein klingendes Mahnmal für die Menschlichkeit

Das Label Brilliant Classics hat sich einen Namen damit gemacht auch Raritäten und wirklichen Besonderheiten der Operngeschichte im Rahmen der Brilliant Opera Collection einen Platz auf Tonträgern einzuräumen. Die Wiederveröffentlichung einer Aufnahme der Oper Das Tagebuch der Anne Frank von Grigory Frid (1915–2012) aus dem Juli diesen Jahres bestätigt diesen Ruf einmal wieder auf berühende, aber auch zugleich erschütternde Art und Weise.

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Cover (c) Brilliant Classics

Cover (c) Brilliant Classics

Das Tagebuch der Anne Frank aus dem Jahre 1969 ist das erste von zwei Monodramen, also Opern für nur eine Solostimme, des 1915 in St. Peterburg geborenen und 2012 verstorbenen russsichen Komponisten Grigory (oder auch Grigori) Frid. Dieser hatte 1939 als Schüler von Genrich Litinsky und Vissario Schebalin die Kompositionsklasse des Moskauer Konversatoriums abgeschlossen und 1965 den “Verein für die musizierende Jugend Moskaus” mitbegründet. Unter seiner Leitungen gelangten hier – meist inoffizielle – Werke heute bedeutender Komponisten der russischen neuen Musik wie Sofia Gubaidulina, Edison Denissow und Alfred Schnittke zur Aufführung.

Frid stellte das Libretto zu seiner Oper selbst aus verschiedenen Auszügen aus dem wohlbekannten Tagebuch der Anne Frank, den Notizen des 13jährigen Mädchens, welches sich mit seiner und einer weiteren Familie im Hinterhaus des Kontors des Vaters vor den Nationalsozialisten versteckt hatte, zusammen. In 21 Szenen beleuchtet der Komponist mit seiner sowohl drastischen zu empfindenden als auch zutiefst berührenden Musiksprache blitzlichtartig die verschiedenartigen Gefühle des jungen Mädchens, die zwischen Hoffen, Verzweifeln und Angst changieren.

Berückend wird die schwierige Sopranpartie der Anne dabei von Eva Ben-Zvi mit einer großen Bandbreite an stimmlichen Ausdrucksmitteln gestaltet. Begleitet wird sie dabei vom kammermusikalisch besetzten Orchester des Bolshoi Theaters unter der Leitung von Andrey Chistiakov.

Die Aufnahme dieses bewegenden Werkes, die 1991 beim Label Le Chant du Monde erschienen war, ist damit nun nach langer Zeit des Vergriffenseins wieder auf dem Markt erhältlich. Eine Chance zum Kennenlernen für einen jeden Opernliebhaber, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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