Gelassener Umgang mit dem Menschsein

Ihr Konzert im Wiesbadener Walhalla am 7. September beginnt Ulla Meinecke mit einem Geständnis: „Obwohl ich in Frankfurt aufgewachsen bin, war ich bis jetzt noch nie in Wiesbaden. Dabei haben wir heute festgestellt, dass es hier eigentlich ganz schön ist.“ „Wiesbaden ist das, was Wien sein will“, wirft Musiker Ingo York ein, die Band und das Publikum lachen. Dieser entspannte Umgang mit den Dingen ist typisch für diesen Abend.

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Ulla Meineke mit Ingo York (l.) und Reimar Henschke (r.) im Walhalla Foto: Heinz Porten

Ulla Meineke mit Ingo York (l.) und Reimar Henschke (r.) im Walhalla. Foto: Heinz Porten

Ulla Meinecke nimmt sich zwischen den Liedern Zeit, um auf die Inhalte einzugehen, etwa, wenn sie den Jugendwahn und Anti-Aging attackiert: „Das schmutzige Geheimnis ist: es bringt gar nichts.“ Direkt im Anschluss singt sie „Ich bin zu alt fürs Showgeschäft“ und tritt auf der Bühne sofort den Gegenbeweis an. Sie verknüpft ihre teils humorvollen, teils ironischen Statements zu menschlichen Befindlichkeiten gekonnt mit der Musik.

„Ich habe das große Glück gehabt, dass ich mit Büchern und Musik schon früh zwei Notausgänge aus den Wirren des Lebens gefunden habe“, sagt sie. Wenn anderswo zu viel Gerede zwischen den Songs eher nerven, fesselt Meineke die Zuhörer mit ihren Kommentaren. Ihre Erläuterungen und Geschichten bereiten die Stimmung für die folgenden Songs vor.

Imponiergehabe im Rockolymp

So ist es höchst unterhaltsam, wenn Meineke vor ihrer Coverversion von Carly Simons “You´re so vain” erzählt, wer sich von den Herren der Rock-Elite von diesem 1972 geschriebenen Klassiker angesprochen fühlte. “Alle meldeten sich, natürlich Mick Jagger und Brian Ferry. Wisst ihr, wie klein der ist? Der Jagger ist schon nicht groß, aber der Ferry! David Bowie und Lou Reed haben auch „Hier“ gerufen”, berichtet Meinecke vom Gockelgehabe im Rockolymp.

Für sie war es geradezu enttäuschend, dass Simon nach langem Schweigen vor einigen Jahren den Musikproduzenten David Geffen als den eitlen Fatzke outete, der im Song angesprochen wird. Die Sängerin hat im Laufe ihrer Karriere viele Größen des Geschäfts kennengelernt und teilt ihr Wissen gerne mit dem Publikum.

Gefühle, die Irrungen und Wirrungen des Beziehungslebens und immer wieder die Liebe als die die Gegensätze aufhebende Kraft sind  die Themen ihrer Songs. „Schlendern ist Luxus”, “Und träume vom Schnee” „Marlene an der Wand“, „Wenn zwei zueinander passen“, oder „50 Tipps“ – das Spektrum der Emotionen, die in den Songs transportiert werden, ist breit.

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