Mehr als 100 Jahre Musikgeschichte in 60 Minuten: Lieder und Klavierstücke von Georg Schumann

Unzählige Bücher, Aufsätze oder Tagungsberichte versuchen, meist mit wenig Erfolg, das Wesen der musikalischen Romantik zu ergründen. Zu Gunsten einer linearen Argumentation wird hier geschliffen und dort geglättet. Doch kann man es niemandem auch wirklich übel nehmen. Wie könnte es sonst möglich sein über so unterschiedliche, aber ebenso bedeutende Persönlichkeiten wie Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms, Richard Wagner, Claude Debussy oder Richard Strauss zu schreiben, ohne dem einen oder anderen Komponisten Unrecht zu tun?

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Cover (c) cpo

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Die Antwort lautet: Einfach alle Namen weglassen und eine Werkauswahl Georg Schumanns (1866-1952) präsentieren, der als Komponist, Organist und langjähriger Leiter der Berliner Singakademie, fern von jeder plumpen Imitation, die Errungenschaften einer der wichtigsten Epochen der Musikgeschichte kombinierte und neu für sich entdeckte.

Eine Werkauswahl Georg Schumanns bietet die vorliegende CD, die beim Klassik- Label cpo erschienen ist. Diese Einspielung umfasst fünf kleinere Liederzyklen und Klavierkompositionen, die alle zwischen 1896 und 1912 entstanden sind.

Den Anfang machen Schumanns Sechs Lieder nach volkstümlichen Texten Op. 56. In einem seiner letzten Werke vertont der Komponist kunstvoll sechs einfache Strophenlieder, die in ihrem Aufbau und vor allem ihrer inhaltlich Konzeption an Schuberts Die schöne Müllerin erinnern. Ihnen folgt Erinnerungen nach dem Balle aus den Sechs Fantasien für Klavier, ein nobler Walzer, der den Rosenkavalier Richard Straussens oder Ravels Valses nobles et sentimentales voraus zu ahnen scheint.

Vor einem weiteren Stück aus den Sechs Fantasien, stehen die Drei Lieder Op. 15, die den Zuhörer im Bereich des auskomponierten Kunstliedes, in dem das Klavier immer mehr zum gleichberechtigten Partner der Stimme wird, entführen.

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