Various Artists – 40 Hamburger Küchensessions (#2): Gemütliche Gemeinschaftsverpflegung

„Kleine Küche macht das Haus groß.“, lautet ein italienisches Sprichwort. Der Hamburger Jens Pfeifer hat sich dieses Prinzip besonders zu Herzen genommen. Seit fast drei Jahren organisiert der Musikliebhaber und Mitbetreiber des kleinen Labels Hanseklang das Projekt „Hamburger Küchensessions“. Das Konzept ist so simpel wie genial: In regelmäßigen Abständen lädt sich Pfeifer Musikerinnen und Musiker in seine private Küche ein und filmt diese beim Musizieren.

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 © Hanseklang

Hamburger Küchensessions #2
© Hanseklang

Die gemütlichen Akustik-Sets und die stimmungsvollen schwarz/weiß-Videos kommen gut an: Aus dem Format ist mittlerweile ein beliebter Videoblog mit 1.400.000 Videoaufrufen und fast 100 Küchengästen geworden.
Singer-/Songwritergrößen wie Gisbert zu Knyphausen, Dota Kehr, Moritz Krämer oder Tim Neuhaus dürfen sich schon zum bisherigen Küchenpersonal zählen – sowie viele weitere nationale und internationale Talente, die es noch zu entdecken gilt. Alle Künstler verwandeln den kleinen Raum in ein Wohlfühl-Plätzchen aus Geselligkeit und Gemütlichkeit, sodass nur schwer zu sagen ist, wo Küche aufhört und Wohnzimmer anfängt.

Da die Pfeifersche Küche nun mal winzig und jedes Konzert einem auserwählten Zuhörerkreis vorbehalten ist, wird die Küchensession am 22. September ausnahmsweise in eine größere Location verlegt. Im Club „Übel & Gefährlich“ findet dann zum zweiten Mal das „Hamburger Küchensessions Festival“ statt und gibt auch einem größeren Publikum Gelegenheit, einer Küchensession beizuwohnen. Zwischen Fahrstuhlmusik und Dachterrassen-Menü führt Gastgeber Enno Bunger durch das Line-Up von zwanzig Künstlern, die allesamt bereits eine Session für den Videoblog gespielt haben.

Pünktlich zum Festival erscheinen nun zwei Compilations mit insgesamt über 80 exklusiven Aufnahmen aus den bisherigen Küchensessions. Darauf versammelt sich Rührendes, Erheiterndes, Beruhigendes und Skurriles.

In ihrer rockigen Folknummer zünden Ian Fisher & The Present „Candles for Elvis“. Das Jon Flemming Olsen Acoustic Trio liefert ein heiteres Banjo-Cover von Adeles „Rolling in the Deep“. Katie Freudenschuss verarbeitet in „Wenn ich aus Schweden wär“ mit Klavier, Glockenspiel und einem Augenzwinkern ihre Identitätskrise:

„Wenn ich aus Schweden wär
Und 40 Kilo schwer
Dann würde ich ganz leise singen
Und es damit sehr weit bringen
Ich käme ganz groß raus
Ich säh so niedlich aus
Meine Gitarre viel zu schwer
Und das rührte euch dann sehr
Wenn ich aus Schweden wär.“

In „Pferde stehlen“ thematisiert Christian Freimuth festgefahrene Beziehungsstrukturen:

„Mit wir meinst du bloß dich und mich
Und weiter willst du nicht zählen
Doch es braucht mehr als uns zwei, um später noch Pferde zu stehlen.“

Und Simon & Jan philosophieren zu zarten Gitarren-Melodien in „Karnickelkotzen“ über empfindliche Kleintier-Mägen:

„Hast du schon mal Karnickel kotzen sehen?
Die gucken erst ganz traurig
Und dann kommt es ihnen hoch
Ich find‘s schön“

Die Sampler geben die einzigartige und improvisierte Atmosphäre der Küchenkonzerte gut wieder: Ein Vogelzwitschern aus dem Hinterhof, ein kichernder Künstler hier und da und ein Olli Schulz, der erst mal über die angenehm ruhige Wohngegend und den super Ausblick brabbelt. Bei so viel heimeiliger Gemütlichkeit zeigt sich mal wieder, dass die Küche der schönste Hangout ever ist.

Hier: Ein Eindruck vom Olli Schulz Set

40 Hamburger Küchensessions (#1 und #2) erscheinen am 13. September bei Hanseklang.

2. Hamburger Küchensessions Festival:
Sonntag, 22.09.2013 ab 15 Uhr im Übel & Gefährlich, Feldstraße 66
Tickets: 29 Euro
Infos und Line-Up: Hamburger Küchensessions Festival 2013

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Über Sarah Zimmermann

Sarah ist freiberufliche Lektorin und Redakteurin. Sie lebt und arbeitet in Kassel. Schwerpunkte: Singer-Songwriter | Folk-Pop | Independent | (Brit) Pop | Electro

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