Dota im Interview: Von unbetonten Silben und Fremdbestimmungsängsten

Wenn es in den letzten Jahren eine Singer/Songwriterin gibt, die zu den größten ihrer Zunft gehört, dann ist das Dota Kehr. Als Straßenmusikantin fing sie an, mittlerweile füllt sie kleine und auch größere Hallen. Allerdings will sie diese Zeit nicht missen, wie sie amusio im Interview verriet. Und erklärt auch, warum sie sich noch nicht dazu durchgerungen hat, bei einer großen Plattenfirma zu unterschreiben.

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Lassen sich nicht vereinnehmen: Dota und ihre Band (Foto: Sophie Krische)

Lassen sich nicht vereinnahmen: Dota und ihre Band
(Foto: Sophie Krische)

Hallo Dota. Gleich mal bezugnehmend auf dein neues Album: Bist du eine Suchende?

Natürlich. Ich glaube, das Gefühl angekommen zu sein, ist immer ein Trugschluss. Veränderung ist unabdingbar und man muss sie zulassen. Deshalb bleib ich lieber auf der Suche.

Gesucht haben Dich vielleicht nicht viele, aber gefunden, vor allem durch den Kleinkunstpreis, en du 2010 erhalten hast. Hat Dich die Auszeichnung überrascht? Denn eigentlich hast Du doch mit Kleinkunst nicht so viel am Hut…

Ja, das stimmt. Der Preis hat mich damals überrascht. Kleinkunst steht unter einem viel größeren Zwang, unterhalten und lustig sein zu müssen. Musik kann mehr für sich stehen. Ich denke, ich bin eine gute Unterhalterin auf der Bühne, aber meine Lieder bewegen sich eher zwischen vertonten Gedichten und Pop-Musik.

Hat dieser Preis sich auch positiv auf Deine Fanzahlen ausgewirkt?

Das weiß ich nicht. Es ist ja schwer zu wissen, wie Leute auf einen aufmerksam geworden sind. Es hat bestimmt nicht geschadet.

Es scheint so, als wenn Deine Songs auf dem aktuellen Album oftmals das Meer bzw. Orte am Wasser zum Inhalt haben. Auch das Albumcover ziert ein Ausschnitt aus einem Gewässer. Was fasziniert dich daran? Oder ist das alles eher zufällig?

Lustig, dass Du danach fragst. Das ist mir letzte Woche auch mal aufgefallen. Auch das letzte Albumcover mit der Bohrinsel hatte ja mit dem Meer zu tun und ich hatte das vorher gar nicht bemerkt. Der Hang zum Wasser muss wohl unterbewusst sein. Faszinierend ist es in jedem Fall, auf dem Album kommen allerdings gleich mehrere Elemente vor: Wind, Wasser und das „Wesen der Glut“.

Auf jeden Fall bilden Deine Songs einen ganz eigenen Kosmos, der das Leben in all seinen Facetten verdichtet, ohne zu konkret zu werden. Wie entstehen diese Gedanken und wie werden sie dann in Musik festgehalten?

Ich habe keine „Masche“ nach der ich Lieder schreibe. Jedes mal wieder sitze ich vor einem leeren Blatt und frage mich, wie das eigentlich geht. Dann lasse ich Musik und Text gleichzeitig entstehen. Das kostet besonders viel Konzentration, ist aber die einzige Möglichkeit, wie sie wirklich eine Einheit werden können.

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Über Daniel Dreßler

Freier Musikjournalist und Radiomoderator aus München. Befürworter der alternativen im Allgemeinen und der elektronischen Klangkunst im Besonderen. Der Strom macht die Musik!

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