Review: The Newsroom 2012 – S02E08 – Election Night Part I

Die HBO-Serie The Newsroom 2012 entspricht einer intellektuellen und emotionalen Kraftprobe. Nicht nur, dass ich unmittelbar das Gefühl bekomme, ich müsse mich durch eine Überflut an Informationen kämpfen, nein, es geht auch um physische Ausdauer. Das Redaktionsteam des ACN legt ein brachial-verbales Tempo vor. Die über scharfzüngige Hochgeschwindigkeitsdialoge vermittelte Hektik treibt den Puls gehörig in die Höhe. 24 für Weintrinker, aber Jack Bauer heißt hier Will McAvoy und ist kein special agent sondern lead anchor der News Night.

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Will McAvay und MacKenzie MacHale

Will McAvoy und MacKenzie MacHale; Quelle: www.tv.com; all rights by HBO

Ständig klingelnde Telefone, Bürogequatsche im Hintergrund, überall Bildschirme: Breaking News. Always. Zwischen journalistischer Recherche und spitzzüngigen Blitzrauschbonmonts gibt es einen dicken roten Faden hier in dieser zweiten Season und viele verkopfte Liebschaften. Die Zusammenhänge ergeben sich aus dem Kontext, sind aber hinterher schwerlich bis ins Detail wieder aufzudröseln. Dafür wird einfach zu viel gesagt und gelegentlich zu schnell gesprochen. Aber die Headlines sind: Operation Genoa – complete fiction und: We’ve lost the publics trust – Will get(s) it back, though.

Jedesmal wenn die Redaktion mit ihren toprelevanten Meldungen on Air geht, dreht der Kamermann durch. Ein bisschen Uhrzeit zur Schnitt-Adrenalinpumpe, pathetische Marschmusik darunter und ab die wilde Fahrt. Zugegeben, das macht irgendwie Spaß.

Allerdings stört mich die eher unpräzise Figurenzeichnung. Das sind zwar offenbar tolle Menschen mit eigenen Lebensgeschichten, aber die alle sprechen mit Variationen dessleben Idiolekts. Subtiler Sprachwitz geht mit der Geschwindigkeit verloren, in der die Pointen verschossen werden. Die Charaktere fallen sich auch gerne mal ins Wort oder reden gleichzeitig. Das war in einigen vorherigen, sehr stark geschriebenen Episoden sogar schade. Nicht so in dieser. Election Night konnte mich vor Allem inhaltlich kaum überzeugen.

Ein Beispiel: Charles Skinner, Television Executive, will nach dem Genoa-Daster den Sender verlassen, doch Leona Lansing, Eigentümerin der Altantis Media Group, akzeptiert seine Kündigung nicht. Nun kenne ich mich mit dem amerikanischen Kündigungsrecht nicht aus, denke aber, dass auch beim Fernsehen jeder gehen kann, der wirklich möchte. Das Geplänkel über to-resign-or-not-to-resign zwischen Charlie und Reese Lansing wirkt geradzu kindisch in seiner Naivität. Der Fokus liegt hier wohl ausschließlich auf dem verbalen Slapstick.

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Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.

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