Emilíana Torrini – „Tookah”: Auf der Suche nach dem eigenen Sound und Tookah

Fünf Jahre haben Fans auf eine neue Veröffentlichung der isländisch-italienischen Sängerin warten müssen. Nun ist mit „Tookah“ das vierte Studioalbum von Emilíana Torrini erschienen. Die Previews hatten ja erst einmal stutzig gemacht, denn die angekündigten Dance- und Club-Sound-Elemente sind auf Solopfaden eigentlich gar nicht der Stil der 36-Jährigen. Hört man sich die neuen Tracks an, stellt man allerdings schnell fest: So viel hat sich gar nicht geändert. Und doch fühlt sich „Tookah“ nur wie eine Zwischenstation an – als sei Emilíana Torrini noch nicht da angekommen, wo sie hinwill.

Administriere bereits ab €0,- Deine Tanzschule!

Ein gelungenes Experiment: Emilíana Torrinis "Tookah" / Foto: Rough Trade

Ein gelungenes Experiment: Emilíana Torrinis “Tookah” / Foto: Rough Trade

Früher war Island mal Björk-Land. Das hat sich allerdings spätestens geändert, seit Emilíana Torrini 1999 ihr erstes Album „Love In The Times Of Science“ veröffentlicht hat. Es folgten zwei weitere Platten mit den der Sängerin eigenen zauberhaften Melodien. Von verschiedenen Musikstilen hat sich die Tochter einer Isländerin und eines Italieners  oftmals beeinflussen lassen und ist zahlreiche Kollaborationen mit Musikern eingegangen.

Wenn Emilíana Torrini sich von Dance-Sounds inspirieren lässt, dann darf man kein Dance-Album erwarten. Vielmehr ist die 36-Jährige ja eine Könnerin der leisen Tönen und daher bleiben Club-Beats auch eher im Hintergrund. Die neun Tracks auf „Tookah“ sind allerdings weitaus peppiger als zum Beispiel die Stücke auf dem 2005er Akustik-Album „Fisherman’s Woman“. Man könnte fast sagen: Mit „Tookah“ nähert sich Emilíana Torrini dem Mainstream an. Vielleicht hat sie nach dem Erfolg ihrer Single „Jungle Drum“ ja Blut geleckt.

Mainstream – das bedeutet: Alles ist etwas seichter geworden, aber eben auch eingängiger. Emilíana Torrini scheint sich von den ungewohnten und schwierigen Melodien verabschiedet zu haben; das kann ein Trend sein oder nur eine Phase aufgrund des Experimentierens mit neuen Rhythmen. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als es einfach gut oder schlecht zu finden. Ein Vergleich mit den Vorgängeralben ist sinnlos – Emilíana Torrini hat sich verändert, wenn auch in eine absehbare Richtung. Und es wird sicherlich eine weitere Entwicklung folgen, denn „Tookah“ wirkt eher wie der Anfang denn das Ende einer klanglichen Reise.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>