Ctulu – Seelenspiegelsplitter: Schlummernde Monsterwesen

Wenn man seine Band schon nach dem schlummernden Wesen aus dem Necronomicon benennt, das irgendwann wiederkehren und die Welt in ein Szenario des ewigen Schreckens versetzen wird, sollte man besser halten, was man verspricht. Aber Ctulu kriegen das hin. Als „Seastorming Extreme Metal“ bezeichnet das delmenhorster Trio seine Musik selbst, die einem mit „Seelenspiegelsplitter“ die eiskalte Gischt geradezu ins Gesicht spritzt.

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Kommt düster daher: Das Cover von "Seelenspiegelsplitter" (Quelle: Black Blood Records)

Kommt düster daher: Das Cover von “Seelenspiegelsplitter” (Quelle: Black Blood Records)

Obwohl der Einstieg von „Seelenbrand“ mit klassischer Brutalität daherkommt, überrascht der Rest des Songs doch mit erstaunlich eingängigen Gitarrenparts, die gleich beweisen, dass Ctulu aus wesentlich mehr als nur irre schnellem Geschredder bestehen. Durch das mystische Intro von „Amokkoma“ wird dieser Eindruck gefestigt und da das Bier durch das Headbanging eh schon verschüttet ist, kann man sich auch gleich zufrieden grunzend im imaginären Moshpit wälzen.

Oder auch einfach mal die Gichtlatten hochlegen und die heraufbeschworene Atmosphäre genießen, die besonders bei „Im Widerlicht“ durch das Echo in den Vocals den Eindruck erweckt, man wird – nur mit bald erlöschender Fackel bewaffnet – durch finstere Katakomben gejagt. Von jemandem oder etwas, das hinter einem kriecht, aber genauso gut in der nächsten Weggabelung lauern könnte.
Auch der kleine Akustikeinschub „Durch Sturmbruch Corridore“ rettet den Hörer partout nicht von diesem Gefühl.

Leider sind die Texte hauptsächlich nicht heraus zu verstehen, denn Songtitel wie „Tränenfinsternis“ oder „Tiara aus Phobien“ lassen doch so einiges kreativ-poetisches Potenzial vermuten. Aber halb so wild, bei welchen Black Metal Acts ist das schon der Fall? Solange die musikalische Qualität stimmt… Und das tut sie bei Ctulu!

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.

3 Antworten auf Ctulu – Seelenspiegelsplitter: Schlummernde Monsterwesen

  1. Anja Thieme sagt:

    Ich hab da irgendwas auf irgendeiner von meinen tollen “HiertrifftsichderdüsterereKram”-CDs. Ich meine ja, ich mag Desolation. :)

  2. Hi Anja! Ctulu sind auf jeden Fall mal einen Reinhörer wert. Und falls dir die gefallen, das neue Album von Desolation ist auch der totale Hammer.

  3. Anja T sagt:

    Über die schlecht verständlichen Texte ärgere ich mich auch immer. Hört sich insgesamt aber an, als ob es mir gefiele. Danke!

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