Straight Edge als musikalische Gegenkultur

Straight Edge – hatte das nicht irgendwas mit Verzicht und Keuschheit zu tun? Ian McKayne Mitglied der amerikanischen Band Minor Threat wurde damals unfreiwillig mit seinem gleichnamigen Song zum Wortschöpfer der Straight Edge Bewegung. Eigentlich ging es darum dem „Sex, Drugs and Rock ‚n Roll“ der 60er Jahre etwas entgegen zu setzen. Der Song handelt dementsprechend von einem drogenfreien Leben. Ein Leben in dem weder harte Drogen noch Alkohol, Zigaretten oder gar Koffein eine Rolle spielen. Dieser Gedanke wurde zum Grundstein der Straight Edge Bewegung.

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X - das Symbol für Straight Edge  Foto: Guerillero

X – das Symbol für Straight Edge
Foto: Guerillero

Straight Edge im Hardcore

Musikalisch ist die Bewegung nahe dem Punk anzusiedeln. Aber eben auch nur fast. Ende der 70er Jahre hat sich aus dem Punk der Hardcore entwickelt. Der Hardcore stellt dabei eine radikalere Entwicklung dar. Und genau hier finden wir auch den Gedanken von „Straight Edge“ mit diversen Facetten und Abwandlungen wieder.
Es geht um positives Denken, um Verantwortungsbewusstsein und die besagte Ablehnung von Drogen und Promiskuität. Dabei wird die destruktive Einstellung des Punks abgelehnt. Zeitgleich wird sich aber auch auf anderer Ebene von Praktiken und Normen des Mainstreams distanziert.

Do it Yourself

Neben der multiplen Abstinenz ist das Prinzip von „Do it Yourself“ ein entscheidender Gedanke im Straight Edge. Dieser Gedanke hat sich auch im Hardcore manifestiert und ist eine Reaktion auf Mechanismen in der westlichen Industriegesellschaft. Auf die Musikindustrie angewandt bedeutet dies möglichst viele Abläufe selbst zu gestalten oder in unabhängig organisierte Kleinbetriebe auszulagern. Konkret hieße das nicht nur das Albumcover selbst zu gestalten, sondern auch jegliche Vertriebswege in Eigenregie zu bedienen.

Der Gedanke des Straight Edge beeinflusst somit nicht nur die Praktiken einer Jugendkultur, sondern steht auch für eine ganz eigene Gegenbewegung innerhalb der Musikkultur/ -industrie.

Um das Thema zu vertiefen sei unbedingt der Film „Edge – perspectives on drug free culture“ von Marc Pierschel und Michael Kirchner empfohlen.

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Über Maria Forkel

Abgeschlossenes Studium der angewandten Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt auf Musik. Reges Interesse an urbaner Kultur und musiksoziologischen Themen.

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