Eklipse – Electric Air: Wenn Geigen träumen

Eklipse sind ein Streichquartett, das Songs aus Pop, Electro und Metal covern. So weit, so gewöhnlich. Haben Apocalyptica ja auch schon gemacht. Im Zuge der allgemeinen Klassik-Pop-Euphorie konnten Eklipse bereits mit ihrem Debüt für Aufsehen sorgen. Ihr Nachfolger “Electric Air” hat die besten Chancen, die Erfolgskurve der vier Mädels weiter nach oben schnellen zu lassen. Denn sie wissen ganz genau, was sie wollen und wie sie sich in Pose zu setzen haben. Schließlich hat das Motto “Sex sells” nichts von seiner Wahrhaftigkeit verloren.

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Hier ist nichts vergeigt: Eklipses neues Album "Electric Air" (Premium Records)

Hier ist nichts vergeigt: Eklipses neues Album “Electric Air”
(Premium Records)

Natürlich beherrscht das Vierergespann ihre Instrumente, und die Songauswahl zeugt nicht nur von Mut, sondern auch von einer großen Liebe zur Musik. Auf ihrem zweiten Album wagen sich Eklipse an einen ultramodernen Tanzflächenfüller wie “Titanium” von David Guetta ebenso furchtlos heran wie an Lykke Lis “I Follow Rivers”. Dazwischen finden sich mit “Until The End Of The World” von Apoptygma Berzerk ein Song, den nur eingefleischte Electro-Fans kennen dürften. Am Ende wird es dann mit Beethovens “Ode an die Freude” unerwartet puristisch.

All diese Neuinterpretationen kommen ohne viel Schnickschnack aus. Mehr noch als beim Erstling konzentrierte man sich voll und ganz darauf, so wenig Effekte wie möglich einzubauen. Und wenn sie denn mal sein müssen, erzeugt das Quartett sie selbst mit ihren Instrumenten.

So ist “Electric Air” deutlich klassischer und auch verträumter als das Debüt ausgefallen. An manchen Stellen wünscht man sich aber dann doch ein wenig mehr Dreck im Spiel, um den Original gerecht zu werden (wie bei “Where The Wild Roses Grow” von Nick Cave). Dennoch geht die Platte als glaubwürdige Hommage an die alternative Pop- und Rockgeschichte durch.

Ob es aber auch für ein drittes Album in dieser Art reicht, ist zu bezweifeln. Wie schon bei Apocalyptica zuvor, als deren weibliches Pendant sie gehandelt werden, kam irgendwann der Zeitpunkt, eigene Stücke zu schreiben. Das wird auch bei Eklipse der Fall sein müssen. Mögen wir also gespannt der Dinge harren, die da noch kommen mögen.
VÖ: 30.08.2013 (Premium Records/Soulfood)

Und so sieht es aus, wenn Eklipse “Titanium” von David Guetta feat. Sia covern

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Über Daniel Dreßler

Freier Musikjournalist und Radiomoderator aus München. Befürworter der alternativen im Allgemeinen und der elektronischen Klangkunst im Besonderen. Der Strom macht die Musik!

Eine Antwort auf Eklipse – Electric Air: Wenn Geigen träumen

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