Moritz von Oswald Trio: Blue EP

Moritz von Oswald, kürzlich 50 geworden, gehört zu den lebenden Legenden des Techno. Zu Beginn der 90er baute er eine transatlantische Brücke von Detroit nach Berlin und gehört zu den Urvätern des Dub Techno. Ich bin damals, recht spät, aufmerksam geworden auf ihn, als er Ravels Bolero in der von der deutschen Grammophon herausgegeben Serie Recomposed zu neuem Glanz verhalf. Das Moritz von Oswald Trio, er, Max Loderbauer und Vladislav Delay, veröffentlicht nun eine kleine EP mit dem Titel Blue auf Honest Jon’s.

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Blue, Quelle: Honest Jon's

Blue, Quelle: Honest Jon’s

Die Platte überzeugt mit verspielt versetzten Einschübe, im Ganzen aber klarem gebremsten Dubtechno mit einigen Streichern und einem transzendentalen Grundton. Der Bass setzt regelmäßig die Akkorde, auf jede 1 und 3, gelegentlich wird am Delay gedreht.

Die B-Seite erzeugt eine starke Tiefe, einen starken Sog durch die flächige Kickdrum, die den Körper abwärts in den Sessel drückt. hin und wieder erscheinen die Dubakkorde nackt und reduziert, mal distorted. Stark verändert ist der Remix der A-Seite jedoch nicht. Wieder finden wir die Einschübe, die einen kleinen minimalen Hall an computer noises nach sich ziehen.

Kenneth John Taylor, bekannt für den Ishkurs Guide, benannte Dub Techno mal als “music to fall asleep to”. Irgendwie klingt das nach einer Beleidigung, aber die ambient sounds und der heruntergeschraubte Rythmus versetzen einen durchaus in einen dösigen, schlafähnlichen Zustand, aber angenehmer Natur.

Blue ist am 6. September auf Honest Jon’s erschienen

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Über Fabian Vallon

Seit 4 Jahren in Frankfurt wohnhaft, über den Punk zu Techno gekommen, immer ziellos in der Stadt unterwegs, produziert selbst unter dem alias quantities, Teil des Untergrunds, mag Slavoj Zizek und sammelt alte Spex-Ausgaben.

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