The Electric Lady – das neue Album von Janelle Monáe

Was ist sie nicht mit Superlativen bedacht worden. Ein Avantgarde-Künstlerin sei Janelle Monáe. Ein R&B-Gesamtkunstwerk. Eine Art weiblicher Prince. Musikalisch mindestens genauso genial und vielseitig. Nur das sie viel besser tanzen kann. Mit „The ArchAndroid“ legte die damals 24-Jährige 2010 in der Tat ein Meisterwerk vor, das sich meilenweit von dem Konfektions-R&B ihrer austauschbaren Soul-Kolleginnen unterschied. Geerdet im Soul, Funk und HipHop überraschte die Dame mit den Modellmaßen aus Kansas City mit opulent arrangiertem Soul-Pop und futuristischer Attitüde.

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Die elektrische Lady: Janelle Monáe. Foto: Jiro Schneider

Die elektrische Lady: Janelle Monáe. Foto: Jiro Schneider

Nun endlich nach drei Jahren erscheint ihr Nachfolger. Allein die Gästeliste auf „The Electric Lady“ schraubt die ohnehin hohe Erwartungshaltung in galaktische Höhen: Der viel beschworene Inspirator Prince, die Soul-Exzentrikerin Erykah Badu, Solange, Miguel und ihre Jazz-Pendantin Esperanza Spalding sind mit am Start.

Zugegeben: „The Electric Lady“ ist kein schlechter Wurf. Die Balladen (Toll: „It’s Code“) haben Tiefenwirkung und sind herzzerreißend. Das rockige „Give Em What They Love“ mit Prince ist der perfekte Einstieg in die Platte, das Duett mit Badu „Q.U.E.E.N“ erhofft durchgeknallt. Die Produktion ist gewohnt brillant.

Dennoch fehlt mir etwas beim erneuten Durchhören: Die kleinen Interludes wirken bemüht lustig, ich vermisse einen wirklichen Spannungsbogen, vieles klingt gewollt originell. Das ganz große Werk ist es für mich nicht geworden. Um einen Vergleich mit Prince zu bemühen. „The Electric Lady“ ist Monáes „1999“. Um ihr „Sign Of The Times“ abzuliefern braucht sie wohl noch ein wenig Zeit.

Janelle Monáe kommt für zwei Shows nach Deutschland
19. September, Stadtgarten, Köln
20. September Mojo Club, Hamburg

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Über Bernd Schwope

Journalist, DJ und leidenschaftlicher Plattensammler, wohnt und arbeitet in Langenhagen bei Hannover. Seine Vorliebe gilt schwarzer Musik von Soul/Funk über Jazz bis zu Chicago House. Motto: Es gibt nur gute oder schlechte Musik.

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